"Symbol des Terrors"

Kolumbien: FARC-Militärchef von Armee getötet

Ausland
23.09.2010 15:21
Die kolumbianische Armee hat den Militärchef der FARC-Rebellen getötet. Der 57-jährige Mono Jojoy - mit richtigem Namen Jorge Briceno - wurde bei einem Gefecht in der Region von Macarena in der zentralen Provinz Meta getötet. Präsident Juan Manuel Santos sprach vom "härtesten Schlag der Geschichte" gegen die linksgerichteten Rebellen: "Das Symbol des Terrors in Kolumbien ist gefallen."

Innen- und Justizminister German Vargas Lleras erklärte am Donnerstag: "Der Tod dieses Mörders ist ohne jeden Zweifel bestätigt worden." Eine Bestätigung des Todes von Mono Jojoy durch die FARC gab es zunächst nicht. Allerdings reagieren die Rebellen in solchen Fällen immer erst mit erheblicher Verzögerung.

Fünf-Millionen-Dollar-Kopfgeld
Die USA hatten für Informationen über Briceno eine Belohnung von bis zu fünf Millionen Dollar ausgesetzt. Washington sah in dem Getöteten auch einen der Chef-Organisatoren des FARC-Drogenhandels, einer Haupteinahmequelle der Rebellen.

Die kolumbianische Armee hatte ihre Bemühungen in den vergangenen Monaten intensiviert, Briceno zu fassen. Anfang März war ein Höhlenkomplex entdeckt wurden, in dem er sich nach Angaben eines Überläufers versteckt hielt.

Drei Führer in drei Jahren getötet
Mono Jojoy kämpfte seit 35 Jahren bei den FARC gegen den von konservativen Kräften dominierten kolumbianischen Staat und galt als einer der radikalsten und brutalsten Anführer.

Sein Tod ist der schwerste Schlag gegen die FARC-Führung seit dem Tod zweier ranghoher Mitglieder 2008. Damals wurde das Führungsmitglied Raul Reyes in Ecuador getötet. Ein zweiter Anführer, Ivan Rios, wurde in Caldas im Westen des Landes von einem FARC-Rebellen getötet, der damit ein Kopfgeld kassierte.

7.000 bis 10.000 FARC-Kämpfer
Die Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC) sind die bedeutendste Guerilla-Organisation Kolumbiens. Ihr gehören nach Angaben der Regierung in Bogota 7.000 Kämpfer an, regierungsunabhängige Organisationen schätzen die Zahl auf 10.000. Anfang des Monats hatte Präsident Santos einen verschärften Kampf gegen die Rebellen angekündigt.

Die FARC war in den 60er-Jahren als Bauernarmee gegründet worden. Zeitweilig kontrollierte sie große Teile des Landes und bekämpfte die Regierung mit Bombenanschlägen und Entführungen. Prominentestes Entführungsopfer der FARC war die Präsidentschaftskandidatin Ingrid Betancourt. Sie war bis zu ihrer Befreiung durch das Militär im Sommer 2008 sechseinhalb Jahre in der Gewalt der Guerilla-Organisation.

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