So steht‘s um Wien

Eine Stadtregierung und kein grüner Zweig

Wien
15.08.2020 06:01
Porträt von krone.at
Von krone.at

Von der dritten Flughafen-Piste über den Lobautunnel zur autofreien City: In Sachen Klima und Verkehr kommt die Wiener Stadtregierung auf keinen grünen Zweig. Was sie trotzdem geschafft hat - und was nicht.

Ein Thema, zwei Stadträtinnen. Für die SPÖ kümmert sich Ulli Sima um die Umwelt, für die Grünen Birgit Hebein um das Klima. Das mündet oft darin, dass die beiden darum wetteifern, wer mehr Bäume pflanzt, wer die cooleren Straßen einrichtet und wer öfter neue Solaranlagen eröffnet. Aber sollen sie sich doch gerne mit Baumpflanzungen übertrumpfen. Der Umwelt und den Wienern kommt der Wettstreit nur zugute.

Dem Klima ist es wurscht, ob sich beide mit den gleichen Erfolgen schmücken. Und in den vergangenen Jahren kamen da einige zusammen, wie die Stadträtinnen der „Krone“ auflisten. Ein Auszug:

  • Mit acht Millionen Euro Sonderbudget pflanzt die Stadt 4500 Bäume im Jahr.
  • 101 Häuser privater Besitzer wurden bislang im Rahmen der Fassadenbegrünung gefördert.
  • Mit einem EU-Förderpaket werden zubetonierte Flächen zu „coolen Bezirken“ begrünt. Weil die Hitzetage in Wien in den vergangenen Jahren stark zugenommen haben, wird seit Juni auch in 18 „coolen Straßen“ abgekühlt.
  • Hebein förderte den Kauf von Lastenrädern, Sima startete den ersten Wasserstoffbus.
  • Viele Neubauten müssen künftig verpflichtend Solaranlagen aufweisen. Dort werden auch Öl und Gas zum Heizen der Geschichte angehören.
  • In umweltfreundliche Fernkälte investiert Wien 80 Millionen Euro bis 2025.
  • Vergangenes Jahr hat die Stadt ein eigenes Klimabudget beschlossen. Dieses Jahr wird es abgeschlossen.
  • Wien wurde 2020 nicht nur als lebenswerteste, sondern auch als grünste Stadt der Welt ausgezeichnet.

Bei großen Themen reibt es sich
Alles lieb und fein, doch bei den großen Themen wird es schwierig. Das aktuelle Paradebeispiel: autofreie City. Die Grünen wollen den Verkehr als größten Hebel für den Klimaschutz bewegen. Die SPÖ bremst. Gleiches Spiel bei Tempo 30 in den Innenbezirken. Umgekehrt kämpften die Roten an vorderster Front für die dritte Airport-Piste und den Lobautunnel. Die Grünen konnten sich nicht durchsetzen. Welchen Weg die Parteien bei der Klimapolitik einschlagen, wird zum Knackpunkt der kommenden Koalitionsverhandlungen.

Maida Dedagic, Kronen Zeitung

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Wien
15.08.2020 06:01
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung