11.08.2020 15:24 |

Unter Ceres-Oberfläche

Reste von salzigem Ozean auf Zwergplanet gefunden

Der Zwergplanet Ceres könnte dereinst einen globalen, salzigen Ozean besessen haben, dessen Reste noch heute tief in seinem Innern zu finden sind. Zu diesen Resten zählt eine Blase aus flüssiger Sole etwa 40 Kilometer unterhalb des sogenannten Occator-Kraters, wie das Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (MPS) im deutschen Göttingen mitteilte.

Demnach drängte früher unterhalb des Occator-Kraters die unterirdische Sole an die Oberfläche und hinterließ helle, salzhaltige Ablagerungen (Bild unten). Dieser Prozess dauere wahrscheinlich weiter an, berichten die Forscher. Die neuen Erkenntnisse basieren auf der Auswertung von Daten der NASA-Sonde „Dawn“, die den Zwergplaneten zwischen 2015 und 2018 unter die Lupe genommen hatte.

Die Ergebnisse der „Dawn“-Mission zeichnen laut MPS das Bild einer einzigartigen Welt, in deren Inneren sich bis heute Reste eines globalen Ozeans befinden und dessen sonderbarer Eisvulkanismus - der sogenannte Kryovulkanismus - wahrscheinlich noch immer aktiv ist.

Während einiges dafür spricht, dass die Ausbrüche in der frühen Entwicklungsphase teilweise geradezu explosiv waren, dürfte sich der Kryovulkanismus von Ceres aber mittlerweile deutlich beruhigt haben. Die Forscher vermuten demnach, dass Wasser nun vor allem durch Verdampfen entweicht.

Größter Himmelskörper im Asteroidengürtel
Ceres ist mit fast tausend Kilometern Durchmesser der größte Himmelskörper im Asteroidengürtel zwischen den Planeten Mars und Jupiter. Der Himmelskörper wurde 1801 entdeckt und trägt den Namen der römischen Göttin des Ackerbaus.

Als erste Sonde Zwergplaneten erreicht
Die im September 2007 gestartet Sonde „Dawn“ hatte im März 2015 als erster Flugkörper überhaupt die Umlaufbahn eines Zwergplaneten erreicht und Ceres seitdem umrundet. Ende 2018 verstummte die Raumsonde nach rund elf Jahren im All, nachdem ihr der Treibstoff ausgegangen war.

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