23.07.2020 16:27 |

Zweifel an Zahlen

Südafrika hat wohl mehr Corona-Tote als angegeben

Südafrika ist derzeit trauriger Corona-Spitzenreiter auf dem Kontinent. Doch trotz hoher Infektionszahlen ist die Todesrate gering. Experten zweifeln nun nach einem Bericht zur sogenannten Übersterblichkeit an den offiziellen Zahlen. Demnach dürfte es wesentlich mehr Corona-Opfer geben als bislang angegeben.

Das Land versuchte bislang mit Ausgangssperren, Appellen und Hilfsbereitschaft, eine weitere Verbreitung des Virus zu vermeiden - dennoch nehmen die Infektionszahlen noch immer zu. Jeden Tag stecken sich in Südafrika mehr als 10.000 Menschen mit der gefährlichen Lungenkrankheit an.

Deutlich mehr Todesfälle als in Vorjahren
Laut offiziellen Angaben starben dort in den vergangenen Wochen deutlich mehr Menschen eines natürlichen Todes als in den Jahren davor. Nach einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht des unabhängigen Medizinischen Forschungsrats (SAMRC) stieg jedoch die Zahl der zusätzlichen Todesfälle „in den vergangenen Wochen unaufhörlich“ an.

In der zweiten Juliwoche seien bereits 59 Prozent mehr Todesfälle registriert worden, als „aufgrund früherer Daten zu erwarten gewesen wäre“, heißt es in dem Bericht.

Trauriger Spitzenreiter
Die Wissenschaftlerin Debbie Bradshaw erklärte, die wöchentlichen Meldungen der Toten hätten „eine gewaltige Differenz zwischen den offiziell bestätigten Covid-19-Toten und überzähligen Todesfällen enthüllt“. Südafrika verzeichnete bislang 395.000 Infektions- und mehr als 5900 Todesfälle - alleine am Mittwoch meldete das Gesundheitsministerium eine Rekordzahl von 572 neuen Toten. Dennoch blieb die Sterberate den Angaben zufolge mit 1,5 Prozent vergleichsweise niedrig.

Gesundheitssystem überlastet
Seit Jahrzehnten verfolge ihr Rat die Sterblichkeit in Südafrika, erklärte SAMRC-Chefin Glenda Gray. Mit diesem System habe er nun die mit Corona zusammenhängende Übersterblichkeit ermittelt. Die zusätzlichen Opfer können demnach direkt an Covid-19 gestorben sein oder an anderen Krankheiten, weil die Gesundheitsdienste mit dem Kampf gegen das Coronavirus vollauf beschäftigt seien.

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