21.07.2020 18:02 |

Fake News & Co.

WHO: Gesundheitsschädliche Infoflut bekämpfen

Im Kampf gegen ein Coronavirus, das Millionen Menschen bedroht, gibt es eine zweite Front: die Informationsflut mit vielen missverständlichen oder sogar falschen Inhalten, die das Vertrauen der Menschen in Behörden und Experten zu untergraben droht. Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat deshalb Forscher mehrerer Disziplinen und Länder zusammengebracht, die eine neue Forschungsdisziplin schaffen wollen: die sogenannte Infodemiologie.

Das ist das Ergebnis einer Online-Konferenz, die am Dienstag zu Ende gegangen ist. Beteiligt waren Experten aus Disziplinen wie Mathematik, EDV, Soziologie, Psychologie, Gesundheit, Kommunikation und anderen.

„Infodemie“ verunsichert Menschen
WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus hatte schon zu Beginn der Coronavirus-Pandemie vor einer „Infodemie“ gewarnt, die Menschen mit einer schier unendlichen Flut von Information zu erschlagen drohte. Darunter seien Falschinformationen und Verschwörungstheorien, die Menschen verunsicherten. Wie dieses Phänomen in den Griff zu bekommen ist, soll die Disziplin der Infodemiologie zutage fördern.

Zuviel an Information verstärkt Stress
Eine unüberschaubare Menge an Informationen könne sich negativ auf die Gesundheit auswirken, so die WHO, etwa weil sie Stress und Sorgen verstärken und Menschen womöglich dazu verleiten, gefährlichen Ratschlägen zu folgen. „Es war noch nie deutlicher als heute, dass Kommunikation eine wesentliche gesundheitspolitische Intervention ist, die ebenso wie Epidemiologie, Virologie und klinisches Management zur Bekämpfung von Pandemien beiträgt“, betonte die WHO.

Es sei nötig, den Informationsfluss in sozialen Medien messen zu können, sagte Pier Luigi Sacco von der Universität IULM in Mailand. Offene Fragen seien unter anderem, wie Menschen lernen könnten, gute von schlechten Quellen zu unterscheiden. Aber auch wie etwa Missverständnisse beim Austausch von Informationen durch kulturelle Verschiedenheiten unterbunden werden könnten, wie effektiver kommuniziert werden könnte.

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