Uni-PC "einkassiert"

Spur von Internet-Piraten führt auch nach Innsbruck

Tirol
09.09.2010 12:20
Im Zuge eines europaweiten Schlags gegen Raubkopierer haben Fahnder an der Uni Innsbruck einen PC beschlagnahmt. Die Ermittler haben in 13 Ländern zehn Internet-Piraten festgenommen und rund 50 Computer "kassiert", darunter auch der Rechner der in Innsbruck. Die vier Tätergruppen hätten Filme und TV-Serien illegal per Internet verbreitet, teilte die federführende belgische Polizei am Mittwoch in Brüssel mit. "Der Schaden belief sich auf bis zu sechs Milliarden Euro weltweit", sagte ein Polizeisprecher.

Die Gruppen seien verantwortlich für 80 Prozent aller neuen, illegal online gestellten Filme auf Niederländisch gewesen.

Bei Hausdurchsuchungen in Deutschland, den Niederlanden, Belgien, Großbritannien, Frankreich, Italien, Norwegen, Schweden, Polen, Kroatien, Tschechien und Ungarn stellten die Beamten Beweismaterial sicher. Auch auf eine österreichische IP-Adresse war man im Zuge der von der Europol koordinierten Aktion gestoßen. Der dazugehörige Computer war ein öffentlich zugänglicher PC an der Uni Innsbruck, sagte ein Sprecher des Bundeskriminalamtes in Wien.

Die Fahnder gingen gegen sogenannte Release Groups vor, die nicht nur Raubkopien von Filmen, sondern auch Musik, Computerspiele und Software illegal im Internet verbreiten. Dazu nutzten die Täter Internetseiten und Server in ganz Europa.

Anführer der Gruppen nun festgenommen
Bei den Festgenommenen handelte es sich um die Anführer der vier Gruppen aus Belgien, Norwegen, Polen und Schweden, berichtete die belgische Polizei. Gegen fünf Verdächtige aus Belgien wurden Haftbefehle wegen Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung, Piraterie, Betrug und Hacking erlassen. Bei der Aktion legten die Beamten einen der zentralen Server still, der in der Nähe der flämischen Stadt Gent stand, und deaktivierten die entsprechenden Internet-Seiten.

Die niederländische Urheberrechts-Organisation Brein begrüßte das Vorgehen der Polizei. "Diese Gruppen sind die Quelle illegaler Bestände im Internet und verursachen Milliardenschäden", schrieb die Stiftung in einer Stellungnahme.

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