08.07.2020 13:34 |

Wegen Corona-Krise

Enormer Rückgang von Arbeitsstunden in der EU

Die Corona-Pandemie hat in der EU im ersten Quartal zu einem starken Rückgang der geleisteten Arbeitsstunden geführt. Die Statistikbehörde Eurostat bezeichnete diese Entwicklung am Mittwoch als „drastisch“, auch wenn sie bisher nicht an die niedrigen Werte während der Schuldenkrise heranreiche. Zudem lag die Abwesenheit vom Arbeitsplatz in den ersten drei Monaten wegen einer starken Zunahme der Kurzarbeit auf Rekordhöhe.

Die Statistiker veröffentlichten am Mittwoch ergänzende Indikatoren zu Arbeitslosen- und Beschäftigungsquote, da diese allein „in dieser besonderen Situation zur vollständigen Beschreibung der Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt“ nicht ausreichten. Durch die Corona-Krise kam das wirtschaftliche Leben in der EU ab März durch Unternehmens- und Geschäftsschließungen weitgehend zum Erliegen. Die Arbeitslosigkeit stieg dennoch bisher nicht sprunghaft an.

Negative Auswirkungen könnten noch durchschlagen
Die Erwerbslosenquote legte von 6,4 Prozent im März auf 6,7 Prozent im Mai zu, womit Europa weit von der Entwicklung in den USA entfernt zu sein scheint. Dort war die Arbeitslosigkeit im April zwischenzeitlich von zuvor 4,4 auf 14,7 Prozent gesprungen. Die Statistiker warnten aber, dass negative Auswirkungen auf den EU-Arbeitsmarkt erst mit zeitlicher Verzögerung eintreten oder statistisch sichtbar werden könnten.

Erste, aber noch unvollständige zusätzliche Daten zur Krisenzeit unterstreichen dies nun. Eurostat zufolge waren in den ersten drei Monaten 2020 knapp 23 Millionen Menschen in der EU vom Arbeitsplatz abwesend - ein Anstieg um 4,3 Millionen gegenüber dem Vorquartal. Vom Rückgang der geleisteten Arbeitsstunden waren Frauen Eurostat zufolge stärker betroffen als Männer.

Zu beachten ist, dass die Daten lediglich das erste Quartal, also den Zeitraum bis Ende März abdecken. Die Corona-Einschränkungen wurden erst ab April und besonders im Mai wieder schrittweise gelockert.

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