Preise explodieren

Bauverbot gegen Spekulantentum

Burgenland
07.07.2020 09:44
Porträt von Niederösterreich-Krone
Von Niederösterreich-Krone

Auf die Notbremse steigt nun die Gemeinde Jois. Mit einer rigorosen Maßnahme versucht der Ort Grundstücksspekulationen Herr zu werden. Für das gesamte Ortsgebiet wurde jetzt bis auf wenige Ausnahmen ein striktes Bauverbot beschlossen. Sämtliche Projekte müssen künftig geprüft werden.

Das Nordburgenland ist schon längst Teil des sogenannten Wiener Speckgürtels. Durch die Autobahnanbindung und die Nähe zum See sind besonders Grundstücke in Jois in den vergangenen Jahren sehr begehrt geworden. Die Preise sind explodiert. „Bis zu 500 Euro pro Quadratmeter sind möglich“, weiß Gemeindevorstand Sascha Krikler. Während einerseits Jungfamilien wegziehen, weil sie keinen leistbaren Baugrund finden, wird die Situation andererseits durch Spekulanten, die ihr Geld in Realwerte anlegen wollen, verschärft.

Auch Wohnbaugesellschaften drängen mit Großprojekten in den Ort. Mit dem Verbot will man diese fatale Entwicklung stoppen. Familien soll aber weiter ihr Eigenheim ermöglicht werden. „Unser Jois soll eine lebenswerte Gemeinde bleiben“, meint Bürgermeister Hannes Steurer.

Christoph Miehl, Kronen Zeitung

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