"Ich möchte wissen, in wessen Zelt wir nach der Show Party machen können", meinte Limp-Bizkit-Frontman Fred Durst. Eingeladen hätte sie wohl jeder einzelne Besucher, denn die Mannen aus den USA lieferten einen fulminanten Auftritt, der die Menge bis in die hintersten Reihen zum Toben bewegte. Die Band blieb keinen einzigen ihrer Hits aus der Jahrtausendwende schuldig. Schon der zweite Song, "My Generation", zeigte, dass es die Truppe auch nach jahrelanger Abstinenz immer noch kann. Es folgten "Rollin'", "My Way", "Take A Look Around" und "Nookie".
Üben sollte der Frontman allerdings noch deren "The Who"-Cover "Behind Blue Eyes": Komplett aus dem Takt sang Durst den Titelsong aus dem Film "Gothika", mit dem die Band zuletzt auf sich aufmerksam machte. Die Fans störte das allerdings nicht: Brav wurden die Feuerzeuge gezückt und die "verdammt verrückte" Menge, wie der Frontman meinte, beruhigte sich für wenige Minuten. Leider gab es zwischendurch immer wieder kurze Pausen, die der Stimmung allerdings keinen Abbruch tat. Insgesamt lieferten Limp Bizkit eine ähnlich gute Show wie bereits vor zehn Jahren, als sie das erste Mal auf der Bühne in Wiesen standen.
Unheilig - aber gut
Überraschend gut kam auch die deutsche Band Unheilig an: Vor einem roten Schiff begab sich deren Sänger "Der Graf" auf eine musikalische Reise mit dem Publikum. Nicht nur beim Nummer-eins-Hit "Geboren um zu leben" feierten die zahlreichen Besucher lautstark mit. Eine weitere Überraschung lieferten Eisbrecher, die ähnlich wie Unheilig sehr stark an Rammstein erinnerten. Der Vergleich mit den Deutschen Skandalrockern mache Eisbrecher-Sänger Alexander Wesselsky "mittlerweile auch nichts mehr aus", erzählte er nach seinem Auftritt. "Wir liegen musikalisch zwischen Rammstein und Unheilig", erklärte er. Auch äußerlich kann sich Wesselsky mit letzterer Band vergleichen lassen. Sowohl sein Styling - ganz fesch mit Hemd und Krawatte - als auch seine Frisur erinnerte stark an den Unheilig-Sänger.
Matter Auftritt von Marky Ramone
Absolut negativ fiel die Truppe rund um Marky Ramone auf, dennoch war auch hier die Stimmung sehr gut. Weshalb, blieb allerdings ein Rätsel, denn außer "One, two, three, four" gab es keine Worte für das Publikum. Zahlreiche Gassenhauer der Ramones wurden runtergeschmettert. Ramone selbst saß brav am Schlagzeug und zeigte, dass er trotz seines Alters noch ordentlich auf die Drums hauen kann. Zum Schluss gab es ein knappes "Thank you, good night", dann war die Show zu Ende. Die Zugabe-Rufe wurden doch noch erhört und so gab es für die Menge zwei weitere Songs. Mit dabei auch der Ramones-Klassiker "Blitzkrieg Bop" mit der bekannten Textzeile "Hey Ho, Let's Go". Aber auch das hätte vom Band gereicht.
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