Sommerbilanz

Trotz viel zu viel Niederschlag im Schnitt zu warm

Tirol
02.09.2010 08:42
Durchwegs zu warm ist der vergangene Sommer in Tirol gewesen, der für die Meteorologen vom 1. Juni bis 31. August gedauert hat. In Nordtirol lagen die Temperaturen rund 1,2 Grad über dem langjährigen Schnitt, in Osttirol wurde der Spitzenwert mit sogar 2,6 Grad erreicht. Aber: Es gab zu viele Regentage. Besonders die Orte im Alpennordstau litten. In Kufstein regnete es an 61 von 92 Tagen…

"In Innsbruck war der Sommer um 1,1 Grad, in Landeck, Reutte und Kufstein um 1,2 Grad, in Kitzbühel um 1,4 Grad zu warm. Doch Osttirol schlägt alles: In Sillian betrug das Plus 1,8 Grad, in Lienz 2,0 Grad und in St. Jakob in Defereggen sogar 2,6 Grad", hat Josef Lang, Meteorologe der ZAMG Innsbruck, für die "Tiroler Krone" erhoben. Heißester Tag war der 10. Juli, an dem in Landeck 36,1 Grad erreicht wurden. "Dies war auch der Beginn einer Hitzewelle, die bis zum 16. Juli dauerte. An 40 unserer 43 Messstationen wurden in dieser Zeit die Höchstwerte registriert", berichtet Lang.

Viele Tropentage, aber nicht mehr Sonnenstunden
Die Hitzwelle mit über 30 Grad sorgte auch für Rekorde bei den sogenannten Tropentagen mit über 30 Grad. Lang: "Die meisten wurden in Lienz gezählt: 26 waren es heuer, im langjährigen Schnitt sind es 6. Auf Platz zwei folgt Landeck mit 21 statt normal 10, danach Innsbruck mit 18 statt normal 9 und Kufstein mit 11 statt normal 5. Besonders auffällig: Sillian auf 1.080 Metern Seehöhe freute sich über sensationelle 7 Tropentage, normal ist nur einer."

Trotz der großen Hitze ist die Zahl der Sonnenstunden fast gleich hoch wie im langjährigen Durchschnitt. Den Spitzenplatz holte sich ganz überlegen Lienz mit 729 Stunden vor Sillian mit 696 Stunden. Interessant: Innsbruck kam auf 610 Stunden (normal sind es 603 Stunden), während im nur wenige Kilometer entfernten Mittelgebirgsort Rinn 638 Stunden Sonnenschein gemessen wurden. Virgen, das oft auch als „das Meran von Osttirol“ bezeichnet wird, musste sich mit nur 602 Stunden Sonne begnügen.

Viel mehr Regen als normal
Deshalb wird der zu warme Sommer vor allem Nordtirolern als schlechter in Erinnerung bleiben. Besonders die Orte im Nordstau der Alpen waren betroffen, wie Lang weiß: "In Kufstein gab es an den 92 Tagen des Sommers an 61 Regen, im langjährigen Schnitt sind es 48 Tage. Dabei fielen 693 Millimeter Niederschlag, 55 Prozent mehr als zu erwarten ist. In Reutte beträgt das Plus an Regen 48 Prozent, in Landeck 28 Prozent und in Innsbruck 13 Prozent. Hingegen war es in Osttirol vielerorts zu trocken."

von Günther Krauthackl, Tiroler Krone

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