25.06.2020 11:42 |

Fast 36.000 neue Fälle

Corona-Zahlen in den USA explodieren wieder

Die Corona-Krise in den USA verschärft sich erneut dramatisch. Nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität vom Mittwoch wurden binnen 24 Stunden 35.900 neue Infektionsfälle verzeichnet - fast so viele wie zum bisherigen Höhepunkt der Krise im April.

Besonders deutlich ist der Anstieg der Zahlen im Süden des Landes. Die Staaten New York, New Jersey und Connecticut ordneten deshalb an, dass aus mehreren Staaten des Südens kommende Reisende in Quarantäne müssen.

Knapp 2,4 Millionen Infizierte
Die Gesamtzahl der registrierten Infektionen in den USA liegt nach Angaben der Universität bei knapp 2,4 Millionen. Die Zahl der verzeichneten Todesopfer stieg um weitere 756 Fälle auf etwa 121.900. Die Vereinigten Staaten sind das mit Abstand am härtesten von der Pandemie betroffene Land der Welt. Seit zwei Wochen verzeichnen sie in rund der Hälfte ihrer 50 Bundesstaaten deutlich steigende Ansteckungsraten.

Das gilt besonders für Regionen des Südens - so registrieren Texas und Florida derzeit ihre höchsten Infektionsraten seit Beginn der Krise. Beobachter führen das unter anderem auf eine voreilige Lockerung der Corona-Beschränkungen zurück. Der texanische Gouverneur Greg Abbott appellierte nun an die Einwohner, möglichst daheim zu bleiben und beim Verlassen ihrer Häuser Atemschutzmasken zu tragen.

Krise hat sich regional verlagert
Die Coronavirus-Krise hat sich in den USA nun regional verlagert: Lange Zeit waren der Staat New York und die gleichnamige Millionenstadt das Epizentrum der Pandemie, dort starben mehr als 30.000 Menschen. Zwischenzeitlich verlangten andere Staaten, dass sich New Yorker bei einem Besuch in Quarantäne begeben. Mit strikten Maßnahmen wie Ausgangsbeschränkungen und Geschäftsschließungen konnte die Lage in der Metropole aber in den vergangenen Monaten unter Kontrolle gebracht werden.

Trump zu lax im Umgang mit dem Virus
Kritiker geben Präsident Donald Trump eine Mitschuld an den verheerenden Auswirkungen des Coronavirus in seinem Land. Der Rechtspopulist hatte die Gefahr durch den neuartigen Erreger zunächst kleingeredet - und drängt bereit seit Monaten auf eine rasche Rückkehr zur Normalität. Vor einigen Tagen nahm Trump auch seine Wahlkampfkundgebungen auf. Er trug dabei keine Maske.

Einreise in die EU verboten?
Wegen der steigenden Infektionszahlen prüft die Europäische Union Medienberichten zufolge, US-Reisenden auch nach der ab dem 1. Juli geplanten schrittweisen Öffnung der EU-Außengrenzen die Einreise zu verweigern. US-Außenminister Mike Pompeo sagte dazu, er erwarte eine Einigung mit der EU über eine Wiederaufnahme des Reiseverkehrs „in den kommenden Wochen“. Die USA wollten sich keinem Corona-Risiko durch Reisende aus dem Ausland aussetzen und selbst anderen Ländern keine „Probleme“ bereiten.

Infektionsrate in Brasilien steigt weiter steil an
Mit großen Problemen kämpft unterdessen weiterhin Brasilien, das sowohl von den Ansteckungs- als auch den Totenzahlen her nach den USA das weltweit von der Pandemie am stärksten betroffene Land ist. Innerhalb von 24 Stunden wurden weitere 42.725 Ansteckungen verzeichnet, wie das Gesundheitsministerium in Brasília mitteilte. Das ist die bisher zweithöchste Zahl von registrierten Neuinfektionen im bevölkerungsreichsten lateinamerikanischen Land.

Insgesamt wurden in Brasilien bisher mehr als 1,18 Millionen Infektionsfälle verzeichnet. Die offizielle Zahl der Corona-Todesopfer stieg um weitere 1185 auf 53.830. Die brasilianische Corona-Kurve sei im „steilen Anstieg“, dabei befinde sich das Land noch in der ersten Ausbreitungswelle des Virus, sagte der Wissenschaftler Domingos Alves, der einer mit der Pandemie befassten Forschergruppe angehört.

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