22.06.2020 16:16 |

„Falsche Voraussage“

Südkorea bereits von zweiter Corona-Welle erfasst

Ursprünglich war man in Südkorea davon ausgegangen, dass eine zweite Corona-Welle im Herbst oder Winter über das Land, das wie Neuseeland oder Österreich zu jenen gehörte, die die lokalen Epidemien am besten in den Griff bekamen, schwappen könnte - nun sieht man sich dem bereits jetzt ausgesetzt. „Unsere Voraussage erwies sich als falsch“, heißt es von den Gesundheitsbehörden.

Dass die Behörden vor dieser Einschätzung den geringsten landesweiten Anstieg bestätigter Neuinfektionen mit SARS-CoV-2 seit fast einem Monat vermeldet hatten, ändert an dieser Einschätzung nichts. Schwerpunkt der zweiten Welle ist laut der Direktorin der Zentren für Krankheitskontrolle und Prävention (KCDC), Jeong Eun Kyeong, die Hauptstadt und Umgebung. Im Großraum Seoul lebt fast die Hälfte der etwa 51,6 Millionen Einwohner.

Seit dem 26. Mai erstmals wieder weniger als 20 Neuinfektionen
Am Sonntag waren landesweit 17 Fälle hinzugekommen. Das war das erste Mal seit dem 26. Mai, dass weniger als 20 Neuinfektionen nachgewiesen wurden. Die Gesamtzahl der bekannten Corona-Infektionen stieg demnach auf 12.438. Bisher wurden 280 Todesopfer mit dem Virus in Verbindung gebracht. Die erste Welle datiert Jeong bis Ende April. Die zweite Welle breitete sich seit den Urlaubstagen im Mai aus.

Seit den Lockerungen Probleme, Cluster in den Griff zu bekommen
Das für sein Umgehen mit der Pandemie weltweit gelobte Südkorea hatte die Einschränkungen für soziale Kontakte und andere Schutzmaßnahmen gegen das Virus Anfang Mai gelockert. Seitdem haben die Behörden aber Probleme, einzelne Häufungen von Infektionsfällen in der Hauptstadtregion in den Griff zu bekommen. Vor allem unter Clubgästen und Kirchgängern erwies sich dies als schwer. 

Der Bürgermeister von Seoul, Park Won Soon, kündigte an, wieder stärkere Beschränkungen für das öffentliche Leben einzuführen, sollten die Zahl neuer Infektionsfälle an drei Tagen in Folge 30 übersteigen und das Gesundheitssystem überlastet sein.

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