16.06.2020 13:22 |

Fleißige Schildkröte

800 Nachkommen gezeugt - „Diego“ darf in Pension

Er hat Hunderte Nachkommen gezeugt und seine Unterart vor dem Aussterben gerettet - jetzt setzt sich „Diego“, die Riesenschildkröte, zur Ruhe und kehrt auf seine Heimatinsel im Galapagos-Archipel zurück. Die mehr als 100 Jahre alte Schildkröte ist am Montag auf der Insel Espanola ausgewildert worden, wie der Direktor des Nationalparks, Danny Rueda, mitteilte.

„,Diego‘ kehrt heim, nachdem er sich über Jahrzehnte in der Gefangenschaft fortgepflanzt und seinesgleichen so vor dem Aussterben bewahrt hat“, twitterte Ecuadors Umweltminister Paulo Proano. „Seine Insel empfängt ihn mit offenen Armen.“

Rund 800 Nachkommen gezeugt
„Diego“ ist rund 80 Kilogramm schwer, 90 Zentimeter lang und 1,5 Meter groß. Er lebte lange im Zoo von San Diego im US-Bundesstaat Kalifornien und dann in der Zucht- und Forschungsstation der Charles-Darwin-Stiftung auf der Galapagos-Insel Santa Cruz. Dort paarte er sich immer wieder mit Weibchen seiner Unterart Chelonoidis nigra hoodensis. Die Nachkommen wurden ausgewildert. Er zeugte schätzungsweise 800 Nachkommen - rund 40 Prozent aller Espanola-Riesenschildkröten stammen demnach von „Diego“ ab.

Sicherte seine Art vor dem Aussterben
Ursprünglich gab es auf den Galapagos-Inseln 14 Unterarten von Galapagos-Riesenschildkröten (Chelonoidis nigra). Zwei sind bereits ausgestorben - zuletzt verschwand mit dem Tod der berühmten Pinta-Riesenschildkröte „Lonesome George“ die Unterart Chelonoidis nigra abingdonii. Dieses Schicksal bleibt den Espanola-Riesenschildkröten nun vorerst erspart. Von 15 Exemplaren Mitte der 1960er-Jahre ist die Population mittlerweile auf rund 2000 angewachsen - auch dank der tatkräftigen Hilfe von „Diego“.

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