25.06.2012 10:06 |

Letzter seiner Art

Riesenschildkröte "Lonesome George" starb auf Galapagos

Die über 100 Jahre alte Galapagos-Riesenschildkröte "Lonesome George" ist gestorben. Der "einsame Georg" wurde am Sonntag von seinem Wärter auf einer Forschungsstation der Galapagos-Inseln tot in seinem Gehege entdeckt, wie die Naturpark-Verwaltung mitteilte. Mit "Lonesome George" ist die Riesenschildkröten-Unterart Chelonoidis abingdoni ausgestorben.

Der Wärter Fausto Llerena fand das 90 Kilogramm schwere Tier am Morgen leblos vor dem Trinknapf. Die Todesursache soll untersucht werden, danach soll Georges Körper konserviert werden und so für die Nachwelt erhalten bleiben, heißt es vonseiten des Parks. Mit dem Ableben von George sind bereits fünf der einst 15 Unterarten der Galapagos-Riesenschildkröten ausgestorben.

George war 1972 von Ziegenhirten auf der Insel Pinta entdeckt worden. Bis dahin galt seine Unterart als ausgestorben. Erfolglos blieben Expeditionen auf der unbewohnten Insel im äußersten Norden des Archipels, um weitere Artgenossen von George zu finden. Wie alt der Koloss tatsächlich wurde, ist unbekannt. Die Experten gehen aber davon aus, dass das Tier mit dem langen Hals und dem dunkel gefärbten, etwa einen Meter großen Panzer vor mehr als 100 Jahren geboren wurde.

Auf der Forschungsstation der Insel Santa Cruz wurde mehrfach versucht, Georges Gene durch Paarung mit Riesenschildkröten-Weibchen einer verwandten Unterart vom Vulkan Wolf der Insel Isabela zu erhalten. Die Weibchen legten zwar nach 15-jährigem Zusammenleben mit dem "einsamen Georg" mehrere Eier, die jedoch alle unbefruchtet waren. Während der letzten Jahre wurden Weibchen der noch näher verwandten Unterart der Insel Espanola im selben Gehege untergebracht, doch auch diese Paarungsversuche blieben bis zum Tod von George ergebnislos.

Mensch rottete Schildkrötenart aus
Georges Artgenossen wurden über viele Jahre hinweg ausgerottet. Seefahrer luden die Tiere als Nahrungsmittel aufs Boot, weil sie auch ohne Pflege lange Zeit bis zum Schlachten frisch blieben. Forscher schätzen, dass in den letzten zwei Jahrhunderten 100.000 bis 200.000 Tiere getötet wurden. Auf die Galapagosinseln eingeschleppte Ratten fressen zudem Eier und Nachkommen der urtümlichen Reptilien. Vielerorts wurde auch der Lebensraum der Riesenschildkröten zerstört. Die Inseln im Pazifik etwa 1.000 Kilometer vor der Küste Südamerikas gehören zu Ecuador.

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