16.06.2020 06:00 |

Rückwirkende Senkung

Steuerzahler ersparen sich bis zu 350 Euro

Die Kaufkraft der Menschen stärken und Betrieben das Überleben erleichtern, das ist das Ziel des neuen Konjunkturpaketes. Dabei wird der niedrigste Steuersatz für Beschäftigte rückwirkend mit Jänner 2020 von 25 auf 20 Prozent gesenkt. Das bringt jedem Lohnsteuerpflichtigen bis zu 350 Euro netto. Zwei Drittel aller Einkommenssteuerpflichtigen werden durch diese Maßnahme, die 1,6 Milliarden Euro kostet, entlastet, so Wifo-Expertin Margit Schratzenstaller.

Bei 12.000 Euro Jahreseinkommen beträgt die Entlastung 50 Euro. Das steigt dann stufenweise an, ab 18.000 Euro (steuerpflichtiges) Einkommen hat man die 350 Euro Maximalersparnis erreicht. Wer so wenig verdient, dass er davon nichts hat, für den wird die sogenannte Negativsteuer um 100 Euro im Jahr erhöht. Das bedeutet, dass seine Sozialversicherungsbeiträge noch einmal um diesen Betrag reduziert werden. Bisher betrug die Negativsteuer bis zu 400 Euro, dann sind es 500.

Kinderbonus soll Konsum ankurbeln
Zusätzlich gibt es einen Kinderbonus, der bei einer vierköpfigen Familie in Summe einen Nettozuwachs von rund 1000 Euro möglich macht. Arbeitslose werden, wie berichtet, durch Einmalzahlungen um 450 Euro entlastet. Schratzenstaller: „Dieses Geld sollte 1:1 in den Konsum fließen und so der Wirtschaft helfen.“ Auch Franz Schellhorn von der Agenda Austria sieht viele Maßnahmen positiv. „Die Regierung versucht, den Eindruck zu erwecken, dass sie alles unternimmt.“ Firmenpleiten und eine höhere Arbeitslosigkeit seien aber nicht zu verhindern. Bei der Kurzarbeit brauche man eine neue Lösung, weil sie auf Dauer zu teuer sei.

Fixkostenzuschuss wird noch einmal erhöht
Um vor allem jene Betriebe zu retten, die auch jetzt noch kein Geschäft machen, wird zusätzlich Geld in die Hand genommen: Der Fixkostenzuschuss wird noch einmal um sechs Milliarden Euro erhöht. Verluste können steuerlich besser abgesetzt werden (kostet 2 Milliarden Euro). Wer nur wenig Umsatz macht, dem hilft die Herabsetzung der Mehrwertsteuer (Gastronomie & Co.), es soll auch 800 Millionen Euro für „Eigenkapitalstärkung“ geben. Wer investiert, könnte eine staatliche Prämie von bis zu 14 Prozent erhalten.

Manfred Schumi, Kronen Zeitung

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