01.06.2020 06:01 |

Größe, Verbrauch & Co.

Kühlschrank-Kauf: Darauf sollten Sie achten

Kühlschränke halten Nahrungsmittel länger frisch und erleichtern damit die Organisation des täglichen Lebens - undenkbar, ohne sie auszukommen. Geht ein Kühlschrank kaputt, muss schnellstmöglich ein Neuer her. Worauf Käufer dabei achten sollten, welches Gerät für welchen Haushalt das passende ist und welche Kriterien sonst noch in die Entscheidung einfließen sollten, erfahren Sie hier.

Kühlschränke gibt es in den unterschiedlichsten Ausführungen, erklärt Christian Kästl, Produktexperte beim TÜV Süd. Zunächst gelte es, sich für eine bestimmte Bauform zu entscheiden. Käufer haben die Wahl zwischen Stand-, Unterbau- und Einbaugeräten. Letztere fügen sich unsichtbar in die Einbauküche ein. Unterbaugeräte haben eine abnehmbare Platte, sodass das Gerät unter die Arbeitsplatte gestellt werden kann. Standgeräte stehen frei im Raum.

Die richtige Größe
Singles benötigen einen kleineren Kühlschrank als Familien. Daher sollten sich Käufer laut Kästl als Erstes Gedanken darüber machen, wie viel Platz das Kühlschrankinnere bieten soll. „Für Alleinstehende reicht oft ein Modell mit 100 Liter Netto-Inhalt. Dagegen kann für große Familien ab fünf Personen unter Umständen ein Side-by-Side-Modell mit Doppeltüren und 300 Liter Kühlteil das Richtige sein“, so der Experte. Generell gilt: Neben der 100-Liter-Grundvariante sollten für jede weitere Person im Haushalt zusätzlich 50 Liter Nutzvolumen eingeplant werden. 

Der Stromverbrauch: Von A+ bis A+++
Das europäische Energielabel weist aus, wie viele Kilowattstunden ein Gerät im Jahr verbraucht. Die Skala reicht theoretisch von A+++ für einen sehr niedrigen Stromverbrauch bis hin zu D für einen enorm hohen Stromverbrauch. In der Praxis gibt es allerdings kaum noch Kühlschränke unterhalb von A+. „Ein Gerät mit der Klasse A+++ verbraucht im Vergleich zu einem Gerät der Klasse A+ rund 50 Prozent weniger Strom“, erläutert Kästl. „Je weniger Strom der Kühlschrank dafür benötigt, die Lebensmittel auf fünf Grad Celsius zu kühlen, desto höher ist also seine Energieeffizienz“.

Die meisten Hersteller verlangen für Geräte der höchsten Energiesparleistung laut Kästl allerdings höhere Preise, die Verbraucher auch über einen langen Zeitraum nicht immer durch die eingesparten Stromkosten ausgleichen können. „Hier lohnt es sich, nachzurechnen“, so der TÜV-Experte.

Der ideale Standort
Um den Energieverbrauch nicht unnötig zu erhöhen, sollte der Kühlschrank nicht in der prallen Sonne, neben dem Herd oder einer Heizung stehen. Wichtig ist außerdem, dass er genügend Platz zur Wand hat, um eine gute Luftzirkulation zu gewährleisten. Die Klimaklasse eines Kühlgeräts empfiehlt, in welchem Temperaturbereich der Kühlschrank stehen kann. 

In unseren Breitengraden ist ein Gerät der Klasse N (für Normal) die richtige Wahl, was einer Umgebungstemperatur zwischen 16 bis 32 Grad Celsius entspricht. Falls der Kühlschrank im kühleren Keller steht, ist auch ein Modell der Klimaklasse SN geeignet: Die Umgebungstemperatur kann zwischen zehn und maximal 32 Grad Celsius betragen.

Kühlen, Gefrieren oder beides?
Grundsätzlich haben Verbraucher die Wahl zwischen den folgenden Varianten:

Kühlschrank ohne Gefrierfach
Kühlschrank mit integriertem Gefrierfach
Kühl-/Gefrierkombination

Ein Gefrierfach mit einem Volumen zwischen 50 und 80 Litern bietet genug Platz für eine kleine Vorratshaltung. Mit 100 bis 130 Liter Inhalt im Gefrierfach können auch größere Vorräte angelegt werden. In diesem Fall benötigt das Gefrierfach eine Kennzeichnung mit mindestens drei Gefrierfachsternen - dann ist eine langfristige Lagerung bei minus 18 Grad gewährleistet. Ist das Gefrierfach mit vier Sternen markiert, können auch zimmerwarme Lebensmittel eingefroren werden.

Einteilung und Zusatzfunktionen
Die Ausstattung mit flexibel einsetzbaren Böden aus Sicherheitsglas ist bei den meisten Kühlgeräten Standard und vereinfacht die Reinigung. Vegetarier sollten darauf achten, dass der Kühlschrank über ausreichend große Boxen für Obst und Gemüse verfügt.

Wer viel Fleisch isst, für den sind sogenannte 0-Grad-Zonen oder Vitasafe empfehlenswert. Sie verfügen über einen eigenen Kühlregelkreis, der die Luftfeuchtigkeit und Temperatur unabhängig vom restlichen Kühlraum reguliert - teilweise bis auf null Grad und 90 Prozent Luftfeuchtigkeit. Entsprechend ausgerüstete Kühlschränke sind zwar teurer, halten aber Fleisch, Fisch und Wurst länger frisch. Dagegen können Chiller- oder Crisperboxen die Kühltemperatur zwar um ein paar Grad absenken, aber nicht unabhängig vom restlichen Kühlbereich regeln.

„Jeder Kühlschrank sollte mindestens einmal im Jahr komplett abgetaut werden, denn vereiste Stellen sorgen für einen höheren Stromverbrauch. Modelle mit Abtauautomatik machen dies von selbst, indem das Tauwasser kondensiert und nach außen befördert wird. Die No-Frost-Technik verhindert das Vereisen des Kühlschrankinneren, indem die kalte Luft durch einen Ventilator verteilt und Feuchtigkeit nach außen abgeführt wird“, erläutert Kästl.

Eine praktische Zusatzfunktion ist ein Alarm, der vor einem Anstieg der Temperatur warnt, zum Beispiel, wenn die Kühlschranktür nicht fest geschlossen wurde. Dagegen sind antibakterielle Beschichtungen, die das Kühlschrankinnere vor Bakterienbefall schützen sollen, unwirksam, wie das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung festgestellt hat. Hier hilft nur: Einmal im Monat alle Ablageflächen gründlich reinigen.

Neueste Technik: Smarte Kühlschränke
Smarte Kühlschränke haben mittels Innenkameras den Überblick über den Kühlschrankinhalt und teilen diesen dem Besitzer via Smartphone mit. Über das Handy lässt sich auch die Temperatur aus der Ferne steuern. Manche Modelle übernehmen das Lebensmittelmanagement und fertigen Einkaufslisten an. Nutzt man Rezepte aus der internen Datenbank, sagt der smarte Kühlschrank, welche Zutaten davon sich im Kühlschrank befinden und was noch eingekauft werden muss. Und sogar Filme können auf dem riesigen Display auf der Kühlschranktür gestreamt werden.

Ob diese Spielereien die hohen Preise für die smarten Kühlgeräte rechtfertigen, muss jeder selbst entscheiden. Allerdings, mahnt Kästl, gelte es dann - wie bei allen smarten Hausgeräten - auf die Cybersecurity zu achten, um das häusliche Netzwerk vor unbefugtem Zugriff zu schützen.

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