Ein angeblicher „Friseursalon“ im Landesklinikum St. Pölten in Niederösterreich sorgte für Wirbel. Doch damit soll nun endgültig Schluss sein – die „Krone“ kennt die Details.
Zugegeben: In einem Operationssaal geht es normalerweise um millimetergenaue Schnitte – allerdings mit dem Skalpell. In einer Abteilung des Universitätsklinikums St. Pölten soll zeitweise aber auch ein anderes Schneidwerkzeug im Einsatz gewesen sein: die Friseurschere. Und die sorgte nun für ein kleines, fast schon „haarsträubendes“ Kapitel aus dem Klinikalltag.
Wenn die Station zum Friseursalon wird
Wie der „Krone“ berichtet wurde, verwandelte sich eine Abteilung des Hauses regelmäßig in eine Art improvisierten Friseursalon. Zwischen Patientenzimmern, Dienstbetrieb und Operationsplan griff eine Mitarbeiterin offenbar immer wieder zu Kamm und Schere – und sorgte für gepflegte Frisuren unter Oberärzten sowie eben dem Herrn Primarius.
Das Ganze geschah nicht etwa im Verborgenen. Selbst der Abteilungsleiter, ein überaus beliebter und fachlich hoch angesehener Professor, zählte zu den zufriedenen Kunden. Der leicht ergraute Mediziner ließ sich – so wird erzählt – ebenfalls den einen oder anderen Schnitt verpassen. Auch die Stationsschwester wusste offenbar davon.
Landesgesundheitsagentur bestätigt – Praxis beendet
Auf Anfrage wird die ungewöhnliche „Serviceleistung“ von der Landesgesundheitsagentur gar nicht bestritten. Tatsächlich habe es das Haareschneiden gegeben, heißt es. Allerdings sei diese Praxis mittlerweile mit sofortiger Wirkung beendet worden.
Gleichzeitig betont man, dass der betroffene Chirurg einen ausgezeichneten Ruf genieße und zu den besten seines Fachs gehöre. Auch von Patientenseite gebe es nahezu keine Beschwerden – im Gegenteil: Dankbare Operierte hätten an der Arbeit des Arztes „kein schlechtes Haar auszusetzen gehabt“.
Anonyme Vorwürfe sorgen für Wirbel
Ausgelöst wurde die interne Prüfung durch ein anonymes Schreiben, das der „Krone“ zugespielt wurde. Darin werden schwere Vorwürfe gegen die Abteilung erhoben – von der angeblichen Zweckentfremdung von Arbeitszeit bis hin zu angeblichem Missbrauch medizinischer Produkte.
So wird etwa haltlos behauptet, ein eigentlich für einen Krebspatienten bestimmtes Implantat sei in einer Ordination einem Privatpatienten zugutegekommen. Die Klinikleitung weist diese Darstellung jedoch – sinngemäß als zahnlos entschieden zurück.
„Vorwürfe weitgehend haltlos“
Nach ersten internen Prüfungen kommt das Klinikum zu einem klaren Ergebnis: Die Anschuldigungen seien unbegründet. Die Abteilung zeichne sich vielmehr durch hohe Mitarbeiterzufriedenheit und eine bemerkenswert geringe Fluktuation aus – und auch das Beschwerdeaufkommen bei Patienten sei äußerst niedrig.
Handlungsbedarf habe lediglich beim Thema Haareschneiden bestanden. Dieses Kapitel des klinischen „Nebenbetriebs“ sei nun beendet.
Bleibt also festzuhalten: In St. Pölten wurde zwar gelegentlich auch am Haar gearbeitet – medizinisch relevant war allerdings weiterhin nur der Schnitt mit dem Skalpell. Und der, so versichert das Haus, sitzt nach wie vor perfekt.
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