02.05.2020 07:01 |

1,7 Millionen Euro

Rathausaffäre: Grasser-Anwalt soll helfen!

Die Fakten sind erdrückend: 1,7 Millionen Euro soll ein Ex-Mitarbeiter des Magistrats veruntreut haben. „Hohe kriminelle Energie“ sei im Spiel gewesen, wie die Stadt in einer Pressekonferenz verkündete. Nichts davon stimme, behauptet der Beschuldigte. Er hat sich einen renommierten Wiener Anwalt zugelegt. Ein Gesprächsangebot der Stadt wurde abgelehnt.

Über Jahrzehnte soll der Mann immer wieder Geld aus einer Kassa der Stadt entnommen haben. Um dies zu vertuschen, soll er fingierte Belege erstellt haben.

Erstmals bezieht der Beschuldigte nun Stellung: Er sei „zutiefst betroffen“ über die öffentlichen Anschuldigungen der Stadt. Es sei für ihn nicht vorstellbar, dass es Fehlbeträge gebe. Schon gar nicht habe er einen Cent für sich genommen. Das lässt der Beschuldigte über seinen Anwalt Norbert Wess ausrichten; ein Jurist aus Wien, der schwere Fälle gewohnt ist. Schließlich vertritt er auch Ex-Minister Karl-Heinz Grasser und Ex-Novomatic-Chef Harald Neumann in deren Verfahren.

Doch zurück nach Klagenfurt: Wie erklärt sich der Beschuldigte das Fehlen von 1,7 Millionen Euro? Dazu Anwalt Wess: „Es kann ein Systemfehler im Magistrat gewesen sein.“ Man werde gegenüber den Strafbehörden alles aufklären.

Gespräch verweigert
Unterdessen schreiten die Recherchen im Magistrat voran: Bei der Sichtung der Belege sei man auf weitere Erkenntnisse gestoßen. In der Vorwoche wurde der Beschuldigte daher zur Aufklärung ins Rathaus geladen. Doch dieser lehnt ab. Wess: „Das Vertrauen zur Stadt ist nicht mehr gegeben, nachdem mein Mandant öffentlich vorverurteilt wurde. Wir werden uns jetzt nicht an einen Tisch setzen.“

Magistratsdirektor Peter Jost bedauert die Absage: „Ich wollte das persönliche Gespräch suchen. Oft kann man so leichter etwas aufklären. Wir nehmen es aber natürlich zur Kenntnis.“

Christian Rosenzopf
Christian Rosenzopf
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