05.03.2020 06:30 |

Magistrat Klagenfurt

Millionenkrimi begann jedes Jahr aufs Neue

Es wird eng für einen pensionierten Magistratsbediensteten: Denn mittlerweile soll es Beweise geben, die die Vorwürfe gegen den Mann untermauern. Über Jahrzehnte hinweg habe er, wie berichtet, die Stadtkasse geplündert - und am 2. Jänner die Malversationen durch Umbuchungen vertuscht. So konnte er alle täuschen

„Die kriminelle Energie war sehr, sehr hoch“, seufzt Bürgermeisterin Maria-Luise Mathiaschitz. „Jedes System hat Lücken - und der Mitarbeiter hat als Insider unsere gekannt und ausgenutzt.“ 1974 begann der Mann im Rathaus zu arbeiten. Kollegen beschreiben ihn als überaus fleißig. Zu Jahresbeginn hielt er immer die Stellung.

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Der Mitarbeiter hat stets am 2. Jänner das Konto ausgeglichen – so flog alles erst auf, weil er es heuer nicht mehr konnte.

Bürgermeisterin Maria-Luise Mathiaschitz

„Das alte Verrechnungssystem hat es zugelassen, dass man im Jänner noch Buchungen für Dezember durchführen konnte“, schildert Mathiaschitz. Das habe der Verdächtige gemacht - und so ein Konto ausgeglichen, wo er sich zuvor großzügig bedient hatte. Meist ließ er Beträge um 10.000 Euro in seine Taschen fließen, seit 1997 sind nachweisbar 1,7 Millionen Euro Schaden entstanden. „Wir schließen aber nicht aus, dass er schon früher begonnen hat.“

Gerichtsgutachter überprüft Magistrat Klagenfurt
Ein Wiener Gerichtsgutachter kommt heute ins Rathaus; er soll das gesamte Rechnungswesen überprüfen und jedem Cent Steuergeld nachspüren. Auch die Staatsanwaltschaft Klagenfurt hat ihre Arbeit aufgenommen: „Die Ermittlungen laufen“, so Sprecherin Tina Frimmel-Hesse. An U-Haft für den möglichen Millionenbetrüger ist noch nicht gedacht. „Erst muss klar sein, ob er wirklich ein Einzeltäter war.“ Wofür das Geld verwendet wurde, ist bisher unklar.

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