26.04.2020 12:47 |

Roscic will sein Aus!

Das sagt Lugner zu seinem „Opernball-Rauswurf“

Richard Lugner könnte ausgerechnet zu seinem 30-Jahr-Jubiläum am Wiener Opernball von dem neuen Staatsoperndirektor Bogdan Roscic keine Loge mehr bekommen. Als Stammgast fühlt sich Lugner nun schlecht behandelt und erklärt verschnupft: „Dann sehe ich mir den Ball halt im Fernsehen an.“

Bogdan Roscic hatte im Gespräch mit der „Krone“ erklärt, dass die Ära Lugner beim Opernball mit ihm als Staatsoperndirektor ein Ende nehmen könnte. Er erklärte: „Der ,Bild‘-Leser soll nicht länger glauben, dass der Opernball eine von ihm veranstaltete Show mit gemieteten Gästen ist. Wir haben eine sehr lange Warteliste und wollen künftig jenen ein Vorkaufsrecht zugestehen, die uns das ganze Jahr über unterstützen. Auch im Bereich der Jugendförderung“, so Roscic, der auch die Funktion der Opernballorganisatorin, die er „Ballmutti“ nennt, abschaffen will. 

„Fragliche Lösung“
Lugner meint enttäuscht, dass der ehemalige Musikmanager sich damit keinen Gefallen tun würde und so auf den Logen sitzen bleiben werde. „Der Opernball lebt von seinen Gästen, da sich die Zuseher und die Medien hauptsächlich für sie interessieren. Ohne Gäste wird der Direktor bald auf seinen Logen sitzen bleiben“, so der Baumeister.

Natürlich fühlt sich der Baumeister auch schlecht behandelt. „Als Stammgast, der 30 Jahre lang in guten und in schlechten Zeiten brav seine Loge gezahlt und mit seinen Gästen für weltweite Aufmerksamkeit für Wien und den Opernball gesorgt hat, halte ich das für eine fragliche Lösung“, sagt Lugner. Dass die „Bild“-Zeitung meine, dass er den Opernball organisiere, hält Lugner „für eine Zeitungsente“.

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Als Stammgast, der 30 Jahre lang in guten und in schlechten Zeiten brav seine Loge gezahlt und mit seinen Gästen für weltweite Aufmerksamkeit für Wien und den Opernball gesorgt hat, halte ich das für eine fragliche Lösung.

Richard Lugner über seinen „Opernball-Rauswurf"

„Toller Gast“
Lugner unterstrich, dass er den Ball auch international bekannt gemacht habe. „Die APA-Meldung, wen ich zum Opernball einlade, wird von allen Agenturen weltweit übernommen - was bei anderen Meldungen eher kaum der Fall ist. Ich war Ostern 2019 im Souk in Marrakesch, und sogar dort haben mich zwei Händler erkannt. Einer zeigte mir auf seinem Handy ein Bild von Elle Macpherson (Lugners Gast 2019, Anm.) und mir“, so der Baumeister.

Bitter für Lugner ist auch, dass 2021 sein 30. Opernball mit prominenter Begleitung wäre. „Ich verhandle mit einem wirklich tollen Gast, für den ich tief in die Tasche greifen würde - und der auch Herrn Roscic gefallen würde“, sagt der Baumeister. Falls er trotz seiner Bemühung keine Loge bekommt, dann müsste er das aber hinnehmen. „Dann sehe ich mir den Ball halt im Fernsehen an.“

Loren, Anderson, Muti
Die breite Rolle von Lugner am Opernball mit entsprechendem Medienhype wurde immer wieder thematisiert. In den vergangenen Jahren wurde seine Loge zwar ein wenig ins Abseits verlegt, aber er hatte stets eine zugesprochen bekommen. Einmal stand er aber bereits kurz vor dem Aus: 2011 holte Lugner die Italienerin Ruby Rubacuori zum Ball, die gerade in eine Sexaffäre rund um den italienischen Ex-Premierminister Silvio Berlusconi involviert war. Der diplomatische Fauxpas brachte die damalige Organisatorin Desiree Treichl-Stürgkh derartig in Rage, dass sie dem Baumeister schon damals keine Loge mehr geben wollte.

Zu den größten Gäste-Coups des Baumeisters am Ball gehören Harry Belafonte (1992), Sophia Loren (1995), Sarah Ferguson (1997), Pamela Anderson (2003), Paris Hilton (2007) und Kim Kardashian (2014). Bei seinem vielleicht letzten Ball 2020 wurde er von der italienischen Schauspielerin Ornella Muti begleitet.

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