17.04.2020 02:39 |

„Geht mir schlechter“

Inhaftierte Saudi-Prinzessin fleht um Freilassung

In Saudi-Arabien hat die seit einem Jahr inhaftierte Prinzessin Basmah bint Saud in einem offenen Brief auf Twitter um ihre Freilassung gebeten. Sie werde im Hochsicherheitsgefängnis al-Hair südlich der Hauptstadt Riad „willkürlich“ und ohne Anklage festgehalten, schrieb die 56-jährige Geschäftsfrau in dem am Donnerstag veröffentlichten Text, der an ihren „lieben Onkel“ König Salman und ihren Cousin Kronprinz Mohammed bin Salman gerichtet ist und in dem es auch heißt, ihr Gesundheitszustand verschlechtere sich. Dies könnte zu ihrem Tod führen.

Ihr derzeitiger Zustand sei „sehr kritisch“, sie erhalte keinerlei medizinische Versorgung und habe noch nicht einmal eine Antwort auf ihre diesbezüglichen Bitten beim Royal Court erhalten, heißt es in dem Text weiter, der auf Arabisch und auf Englisch (siehe unten) auf ihrer Twitter-Seite veröffentlicht wurde. Prinzessin Basmah bat König Salman und Kronprinz Mohammed bin Salman um ihre Freilassung, da sie „nichts Falsches getan“ habe.

Vor Reise in die Schweiz verhaftet
Zu den Gründen für die Inhaftierung der Prinzessin wurde nichts bekannt. Nach Angaben von Vertrauten wurde sie im März vergangenen Jahres festgenommen, kurz bevor sie zur medizinischen Behandlung in die Schweiz reisen wollte. Die 56-Jährige schrieb, sie sei gemeinsam mit einer ihrer Töchter „entführt“ und dann „ins Gefängnis geworfen“ worden.

Dass Mitglieder der mehrere Tausend Verwandte zählenden Königsfamilie öffentlich Missstände anprangern, ist in Saudi-Arabien äußert ungewöhnlich und ein weiteres Anzeichen für innenpolitische Unruhe. Im März wurden in einer spektakulären Aktion drei Prinzen festgenommen, weil sie angeblich den mächtigen Kronprinzen stürzen wollten. Dies wurde als Warnung verstanden, sich Prinz Mohammed nicht in den Weg zu stellen. Seit der Prinz 2017 zum Anwärter auf den mächtigsten Thron in der arabischen Welt aufstieg, wurden zahlreiche Aktivisten, Geistliche, Blogger und Journalisten in Saudi-Arabien verhaftet.

Kronprinz in Mord an Journalist Khashoggi verwickelt?
Das internationale Ansehen des zunächst als Reformpolitiker geltenden Prinzen hat vor allem durch die Khashoggi-Affäre großen Schaden genommen. Der Journalist und Regierungskritiker Jamal Khashoggi wurde im Oktober 2018 im saudi-arabischen Konsulat in Istanbul von einem Killerkommando aus Saudi-Arabien ermordet. Immer wieder wird der Vorwurf erhoben, der Prinz sei in diesen Mord verwickelt.

 krone.at
krone.at
Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Donnerstag, 28. Mai 2020
Wetter Symbol

Produktvergleiche

Alle Produkte sehen
Ihre Cookies sind deaktiviert. Die Seite wird daher möglicherweise nicht korrekt angezeigt.