Wirbel um Notärzte

Nicht jedes Spital kann bei „Akutfällen“ helfen

Niederösterreich
22.09.2026 09:30

Hilferuf aus einem niederösterreichischen Krankenhaus, nachdem man für eine akute Behandlung zwei Stunden vergeblich einen Notarzt gesucht hatte: „Ein Notfallmediziner sollte in jedem Spital im Dienst sein.“ Warum das in der Praxis aber nicht so ist, erklären Mediziner der Landesgesundheitsagentur.

Die Schließung von Notarztstützpunkten befeuert die Diskussion um die Notfallhilfe im weiten Land. Und auch aus Krankenhäusern kommen Hilferufe. In einem Spital im Wiener Umland soll es jüngst zwei Stunden gedauert haben, bis ein Notarzt für einen Patienten mit akuter Blutung aufgetrieben werden konnte – Hilfe kam letztlich aus Wien. „Wo Klinik draufsteht, muss auch Klinik drin sein“, heißt es vom Personal: „Zumindest ein Notfallmediziner müsste in jedem Spital verfügbar sein.“

Notfall- oder Erstversorgung
In der Landesgesundheitsagentur (LGA) sieht man das freilich differenzierter. „Man unterscheidet zwischen Notfall- oder Akutbehandlung und Erstversorgung“, erklärt Vorständin Elisabeth Bräutigam. Ersteres sei „zeitkritische Versorgung lebensbedrohlicher Krankheitsbilder“ – etwa Schlaganfälle, Herzinfarkte und schwere Verletzungen. Bei Erstversorgung handle es sich um Fälle, die „rasch behandlungsbedürftig, aber nicht automatisch lebensbedrohend“ seien. „Erstversorgung wird in allen Kliniken geboten“, so Bräutigam. Und zwar von Allgemeinmedizinern, die notwendige weitere Behandlungsschritte anordnen.

LGA-Vorständin Elisabeth Bräutigam, NeurologeThomas Gattringer, Kardiologin Julia ...
LGA-Vorständin Elisabeth Bräutigam, NeurologeThomas Gattringer, Kardiologin Julia Mascherbauer(von links)(Bild: NÖ LGA)

Richtige Behandlung am richtigen Ort
Für Schlaganfall- und Herzinfarktpatienten gebe es in NÖ hochspezialisierte Behandlungszentren, erläutern die Primarärzte Julia Mascherbauer (Kardiologie) und Thomas Gattringer (Neurologie). Das sind fünf Herzkatheterlabore in St. Pölten, Krems, Wiener Neustadt, Mistelbach und derzeit noch Waidhofen an der Ybbs (dieser Standort soll nach Amstetten verlegt werden) sowie sieben Stroke Units in Horn, Mistelbach, Amstetten, St. Pölten, Tulln, Wiener Neustadt und Mödling. „Wichtig ist bei diesen Fällen, dass der Patient die richtige Behandlung am richtigen Ort erhält“, fassen die Mediziner zusammen. Entscheidend sei, dass der Patient möglichst rasch in das jeweilige Spezialzentrum eingeliefert werde. 

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