17.03.2020 13:31 |

„Keine Ausreden mehr“

Um Jobs zu retten: Kurzarbeit wird erleichtert

Kurzarbeit als wirtschaftliche Überbrückung der Corona-Krise: Damit mehr Unternehmen als bisher ihre Mitarbeiter möglichst in Kurzarbeit schicken, gilt ab sofort eine staatliche Kostenübernahme der Dienstgeber-Sozialversicherungsbeiträge schon ab dem ersten Monat. Darauf haben sich Regierung und Sozialpartner in der Nacht auf Dienstag geeinigt.

Damit sei das Soforthilfepaket zur Corona-Kurzarbeit noch attraktiver worden - und es gebe jetzt „keine Ausreden mehr für Unternehmen“, erklärte ÖGB-Präsident Wolfgang Katzian. „Ich bin froh über diese Einigung - aus meiner Sicht gibt es jetzt gar keinen Grund mehr, Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu kündigen.“ „Bitte kündigen Sie niemanden, sondern melden Sie stattdessen Kurzarbeit an, um so Arbeitsplätze zu sichern“, ergänzte Arbeitsministerin Christine Aschbacher.

Bisher war eine Übernahme der Arbeitgeberbeiträge durch das AMS bei Kurzarbeit erst ab dem vierten Monat geplant, SPÖ-Sozialsprecher Baugewerkschaftschef Josef Muchitsch hatte sich schon vorige Woche für eine bessere Lösung stark gemacht. Auch WKÖ-Präsident Harald Mahrer begrüßte die Nachbesserung: Mit den weiteren Erleichterungen sei die Corona-Kurzarbeit nun noch leichter für die Betriebe nutzbar, vor allem für die stark betroffene Tourismusbranche, die Gastronomie und den Handel. Das sei ein wichtiger Schritt zur Absicherung von Unternehmen und Arbeitsplätzen.

AK-Präsidentin Renate Anderl appellierte ebenfalls, das Modell zu nutzen: „Es wird einen Tag nach der Krise geben, dafür müssen wir bereits jetzt Vorsorge treffen, damit unser Land dann rasch wieder funktioniert.“ Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck erinnerte daran, dass mit dem am Wochenende vom Nationalrat beschlossenen Corona-Kurzarbeitsmodell 400 Mio. Euro zur Verfügung gestellt werden. Zugänglich sei das neue Modell für alle Unternehmen, unabhängig von Größe oder Branche.

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