24.07.2010 14:35 |

Tote in Nickelsdorf

Polizei erhofft neue Hinweise durch Foto der Leiche

Noch wenig verwertbare Spuren und Hinweise liegen der Polizei im Fall der angezündeten Frauenleiche bei Nickelsdorf (Bezirk Neusiedl am See) vor. Nachdem am Freitag ein überarbeitetes Foto der Toten freigegeben wurde, erhoffen sich die Ermittler neue und brauchbare Hinweise aus der Bevölkerung, sagte Oberstleutnant Norbert Janitsch vom Landeskriminalamt Burgenland am Samstag.

Das Polizei-Foto der Frauenleiche findest du in der Infobox. bgld.krone.at weist jedoch darauf hin, dass es sich angesichts der tragischen Todesumstände um eine Aufnahme handelt, die eine schrecklich entstellte Leiche zeigt.

Bisher sei man zwar schon einigen Hinweisen nachgegangen, vor allem bezüglich der bei der Frauenleiche gefundenen Gegenstände, es sei aber noch keine heiße Spur darunter gewesen, so Janitsch. Die Untersuchungen zu den am Tatort gefundenen Spuren, wie etwa dem verwendeten Brandbeschleuniger, werden noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Für die Ermittler habe jedenfalls die Identifizierung der etwa 50-jährigen und 1,55 Meter großen Frau höchste Priorität.

Ermittlungen laufen "weltweit"
"Die Ermittlungen laufen auch in den angrenzenden Ländern auf Hochtouren, und via Interpol eigentlich sogar weltweit", sagte Janitsch. Die Einrichtung einer eigenen Arbeitsgruppe zu den seit 2005 aufgefundenen insgesamt fünf verbrannten Frauenleichen in mehreren Bundesländern soll nun den Austausch von Erkenntnissen erleichtern. Bis jetzt ist noch unsicher, ob der Fall in Nickelsdorf mit den übrigen Fällen in einem Zusammenhang steht.

Die Arbeitsgemeinschaft "Frauenmord" des Bundeskriminalamtes soll die Aufklärung der Frauenmorde in mehreren Bundesländern koordinieren. Die Erhebungen zu den Frauenmorden, bei denen die Leichen angezündet wurden, bleiben bei den Landeskriminalämtern. Zumindest bei den beiden Morden an den in Wien tätigen Prostituierten Katerina Vavrova vom August 2007 und Petya Filkova vom Mai 2010 wird ein Zusammenhang vermutet.

"Nur in sieben Fällen wurden die Toten angezündet"
Seit 1960 wurden in Österreich 410 Tötungen an Frauen begangen. 125 davon waren sexuell motiviert, 110 mal wurden die Leichen im Freien abgelegt, 68 mal transportiert. "Nur in sieben Fällen wurden die Toten angezündet", sagte Ernst Geiger, Leiter der Abteilung Ermittlungen, Allgemeine und Organisierte Kriminalität im Bundeskriminalamt.

Ein Fall liege sehr weit zurück, daneben gebe es einen bis dato nicht geklärten Fall aus dem Jahr 1987, bei dem eine Wiener Prostituierte getötet und in einem Wald bei Hausleiten im Bezirk Korneuburg abgelegt und angezündet wurde, sowie die fünf nun für eine Serie in Betracht gezogenen Fälle, wie Geiger anmerkte. Auch der Fall von 1987 könnte nun in die Ermittlungen der Arbeitsgemeinschaft "Frauenmorde" einbezogen werden.

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