Fehler 1 – Timing-Versuche
Wann ist der beste Einstiegszeitpunkt? Im Nachhinein betrachtet ist dieser leicht zu finden, doch stehst du vor der Entscheidung, in ein Wertpapier zu investieren, dann solltest du keine Zeit mit Warten verschwenden. Bist du dir nicht sicher, ob nicht vielleicht ein Kurssturz droht oder ein günstiger Einstiegszeitpunkt bevorsteht, dann kannst du dein Investment in mehrere Teilinvestments zerlegen, die du z.B. im Monatsabstand tätigst. So löst du dich etwas von der Abhängigkeit, den richtigen Zeitpunkt erwischen zu müssen.
Fehler 2 – Festhalten an einer Fehlentscheidung
Das Wertpapier entwickelt sich nicht so, wie du dir das vorgestellt hast? Dann nichts wie weg damit! Es bringt nichts, eine Fehlentscheidung aussitzen zu wollen. Manchmal sieht ein Thema vielversprechender aus, als es dann tatsächlich ist. Klassisches Beispiel: Dot.com-Unternehmen Anfang 2000, die sich bis heute nicht erholt haben. Dann solltest du auch den Mut besitzen, Verluste mitzunehmen und über eine andere Chance wieder auszugleichen. Setze dir selbst beim Kauf ein Limit, bis zu welcher Gewinn- und Verlustgrenze du dabeibleiben willst. Wichtig: Nicht aus Angst verkaufen oder behalten! Setze dir bezifferbare Schwellen!
Fehler 3 – Mit der Masse schwimmen
Wenn dir deine Friseurin erzählt, du müsstest nun unbedingt den Titel XY kaufen, kannst du davon ausgehen, dass du zu spät dran bist. Denn wenn Laien beginnen, Veranlagungstipps zu geben, steht ein Kurssturz oft unmittelbar bevor. Der Hintergrund: Der Titel wird stark nachgefragt, der Kurs geht nach oben. Das ist das Signal für früher eingestiegene Anleger, ihre Gewinne zu realisieren, und der Trend geht wieder bergab.
Fehler 4 – Missachtung von Zeithorizonten
Für Anleihen gelten im Allgemeinen empfohlene Behaltefristen von drei bis fünf Jahren, für Aktien sollten fünf bis acht Jahre eingehalten werden. Dieselben Grenzen gelten für Fonds. Deine Anlageentscheidung sollte somit auch deine finanziellen Möglichkeiten und Ziele berücksichtigen. Es ist keine gute Idee, deinen Notgroschen durch hemmungsloses Zocken verdoppeln zu wollen.
Fehler 5 – „Versteh ich nicht, mach ich trotzdem“
Du solltest deine Wertpapiere auch nach deinen Kenntnissen auswählen, sonst bist du einem Berater ausgeliefert. Produkte, die zu zeichnest, solltest du auch verstanden haben. Gerade bei Zertifikaten oder Hebel-Produkten solltest du dir sehr genau erklären lassen, was dahintersteckt.
Fehler 6 – Bewertung nach Vergangenheit
Ein Wertpapier sollte nur zu einem sehr kleinen Teil auf Basis seiner vergangenen Performance bewertet werden. Der Blick auf die Kurskurve ist nur gestattet, um festzustellen, wie gut sich das Wertpapier im Vergleich zum Markt geschlagen hat und wie schnell es sich nach Rückschlägen wieder erholt hat. Wichtiger sind typische Kennzahlen, die Aufschluss auf Schwankungsbreite und Risiko geben. Weiters solltest du dir die gesamte Branche bzw. das Veranlagungsthema ansehen, und dessen Relevanz für die Zukunft einschätzen.
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