24.02.2020 14:43 |

Maßnahmen verschärft

„Das Virus wird keinen Bogen um Österreich machen“

In Sachen Coronavirus hat am Montag der Krisenstab aus Bundeskanzler, Innen- und Gesundheitsminister getagt. Kanzler Sebastian Kurz kündigte danach ein verschärftes Maßnahmenpaket an. Dazu gehören eine Informationskampagne für die Bevölkerung sowie punktuelle Reisewarnungen durch das Außenministerium. „Corona wird keinen Bogen um Österreich machen“, so Kurz. Die Gesundheitsminister der Nachbarländer des schwer betroffenen Italien beraten am Dienstag in Rom. 

Im Einsatzstab seien fünf neue Maßnahmen festgelegt worden: Ab Montag soll es täglich Berichte vom Innen- und Gesundheitsminister an den Bundeskanzler sowie entsprechende Informationen für die Öffentlichkeit geben, erläuterte Kurz. Am Donnerstag werden die Landeshauptleute mit den Ressortchefs von Innen- und Gesundheitsministerium die Zusammenarbeit von Bund, Ländern und Gemeinden weiter abstimmen. Das Coronavirus werde zudem auch Thema im Nationalen Sicherheitsrat am Freitag sein.

Aufklärung und Schutzmaßnahmen
Weiters kündigte der Kanzler eine Informationskampagne für die Bevölkerung an, in der es besonders um Aufklärung und Schutzmaßnahmen gehen werde. Das Außenministerium werde punktuelle Reisewarnungen für betroffene Gebiete erlassen. Und schließlich werde die Zusammenarbeit auf europäischer Ebene und mit Österreichs Nachbarstaaten weiter intensiviert. Man werde „die Warnketten noch enger knüpfen“.

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Wir werden die Warnketten noch enger knüpfen.

Bundeskanzler Sebastian Kurz

Tausende Testungen in den nächsten Tagen
Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) betonte, es handle sich zwar nicht mehr um eine „rein regionale Epidemie in China“, man sei „aber ein großes Stück von einer globalen Pandemie entfernt“. Das Coronavirus sei jedenfalls in der EU angekommen. Sein italienischer Ressortkollege Roberto Speranza habe ihm in einem Telefonat „sehr, sehr bestimmte Maßnahmen“ gegen das in Italien schwer grassierende Virus angekündigt. U.a. seien in den nächsten Tagen Tausende Testungen geplant. Bei der Zusammenkunft in Rom am Dienstag wollen sich die Gesundheitsminister von Österreich, der Schweiz, Slowenien, Frankreich und Deutschland mit Italien abstimmen.

„Es ist nötig, gut vorbereitet zu sein“
„Es kann zu Infektionsfällen in anderen europäischen Ländern und natürlich auch in Österreich kommen“, sagte Kurz. Daher sei es „nötig, dass wir für alle Szenarien vorbereitet und gerüstet sind“, und das sei auch der Fall: Der Einsatzstab tage seit rund einem Monat. Zuletzt sei die Zahl der Infektionen mit SARS-Cov-2 stark angestiegen, es handle sich um eine „globale Herausforderung mit massiver Schwerpunktsetzung in China“, wo rund 98 Prozent der bestätigten Fälle registriert wurden. Es sei aber eine immer stärkere internationale Ausprägung zu beobachten, „zuletzt auch in Europa“.

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In Österreich bisher alle 189 Verdachtsfälle negativ
In Österreich seien bisher alle 189 Verdachtsfälle negativ getestet worden. „Wir dürfen nicht davon ausgehen, dass das auch so bleibt“, betonte der Kanzler.

„Es gibt keinen Grund zur Panik, aber natürlich braucht es einen realistischen Blick auf die Dinge“, betonte Kurz. „Es ist nicht ausgeschlossen, dass es Coronavirus-Fälle auch in Österreich geben kann und vielleicht auch geben wird.“ Das Wichtigste sei, gut darauf vorbereitet zu sein.

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