20.02.2020 18:00 |

Sieben Trends

Die Schule der Zukunft findet im Lernatelier statt

Erklärvideo statt Frontalunterricht, Lernatelier statt Klassenzimmer, Glück als Schulfach statt ewig Formeln lernen. Lehrer und Erfolgsautor Olaf-Axel Burow stellte bei einer Tagung in Innsbruck sieben Schul-Trends vor, die die Zukunft des Lernens bestimmen werden.

Als Gastredner eines Bildungskongresses von Österreichischer Gesundheitskasse, Land Tirol, Bildungsdirektion für Tirol, Pädagogische Hochschule und BVA faszinierte Olaf-Axel Burow am Dienstag in Innsbruck die Teilnehmer. Lehrer, Eltern und andere Besucher bekamen einen Einblick in die ideale Schule von morgen. Sieben wesentliche Trends hat Burow ausgemacht:

Digitalisierung: Daran kommt keine Schule vorbei. Burow: „Es gilt, die Möglichkeiten richtig zu nutzen.“ Aber wie? Burow zählt gelungene Beispiele auf. Immer wieder fällt der Name der Alemannenschule im deutschen Wutöschingen. Dort wurde ein eigenes Lern-Netzwerk installiert, auf das Schüler und Lehrer zugreifen. Ein Vorteil: Jeder Schüler kann sich den Stoff in seinem eigenen Tempo erarbeiten. Auch den Nutzen von Erklärvideos unterstreicht Burow: „Werden die Videos dann auch noch von älteren Schülern für die Jungen erstellt, lernen beide.“

Andere Lernräume: Das 08/15-Klassenzimmer hat ausgedient. Burow nennt wieder die Alemannenschule. „Jeder Schüler hat seinen Arbeitsplatz. Es gibt aber auch Räume für gemeinschaftliches Lernen, Rückzugsräume, außerschulische Lernorte. Jedes Kind kann sich je nach Entwicklungsstufe bewegen. Am Ende steht der frei laufende Schüler“, erklärt der Pädagoge mit einem Augenzwinkern.

Der neue Lehrer: Burow beschreibt ihn als Berater. Das Wissen aus dem Netz filtern, Kinder zur Selbstständigkeit erziehen, individuelles Lernen ermöglichen. „Der Lehrer wird zum Lernumgebungsdesigner.“

Mitten in der Gesellschaft: Als Folge der Digitalisierung und Globalisierung werde sich die Schule öffnen und mitten in die Gesellschaft rücken. Burow nennt die Fridays-For-Future-Bewegung als Beispiel dafür, wie die Jugend Gesellschaft mitgestaltet und durch dieses Engagement lernt.

Demokratisierung: Dies sei eine logische Folge der anderen Trends. Schule als Gemeinschaftsprojekt.

Gesundheitsorientierung: In einer Leistungs- und Wissensgesellschaft ist die Gefahr der geistigen und körperlichen Überforderung omnipräsent. Daher müsse die Schule den jungen Menschen auch das Rüstzeug mitgeben, damit sie in Balance bleiben.

Glücksorientierung: In Deutschland gibt es mittlerweile 100 Schulen mit dem Fach Glück, in dem es um das Wesentliche im Leben geht. „Eine gute Schule lehrt, das nicht aus den Augen zu verlieren“, meint der Vordenker.

Claudia Thurner
Claudia Thurner
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