13.02.2020 09:00 |

Skitraverse

Nockberge: Magische Stille und Pulverschnee

Der Schnee knirscht unter den Skiern, die Luft ist kristallklar. Vor uns liegt die herrliche, unberührte Welt der Kärntner Nockberge. Und wir Tourengeher sind jetzt mitten drin.

Skitraversen, also mehrtägige Skitouren, gibt es viele: „Haute Route“ oder „Hoch Tirol“, um nur zwei besonders legendäre zu nennen, die über Fels, Gletscher und Eis spektakulär hoch in wilde Berggegenden führen. Dagegen wirken die Nockberge geradezu sanft, ja sogar lieblich und sind unser Spielplatz für die kommenden Tage.

Direkt auf dem Katschberg, dem Ausgangspunkt des Nockberge-Trails, treffen wir, das sind Monika, Lisa und ich, unseren Bergführer. Mit 32 ist der Lavanttaler Michi Mautz der Jüngste seiner Zunft in Kärnten, jedoch als Guide längst ein weltweit erfahrener und sympathischer Vollprofi, der uns nach einer kurzen Fahrt mit dem Sessellift bei einem Frühstückskaffee mit spektakulärem Ausblick im Gipfelrestaurant Adlerhorst in 2222 Meter Seehöhe auf dem Aineck begrüßt. Unsere Vorfreude wächst von Minute zu Minute.

Nach einem kurzen Lawinenpieps-Check startet endlich unser viertägiges Abenteuer mit einer Skiabfahrt in Richtung Teuerlnock (2145 m).

„Die Skidurchquerung garantiert puren Genuss“, hat uns Bergführer Michi vor wenigen Minuten versprochen und damit wirklich nicht zu viel. Denn prompt findet Michi herrlichen Pulverschnee für unsere Abfahrt hinunter zur Laußnitzalm. Und das, obwohl es schon seit mehreren Wochen nicht mehr geschneit hat. Hurra. Gut gemacht! Damit hätten wir nicht gerechnet. Mit ein Grund, warum sich ein Bergführer einfach bezahlt macht.

Lisa, unsere passionierte Skitourengeherin ist ebenfalls schwerst begeistert. „Die Landschaft der Nockberge ist einfach wunderschön. Hier gefällt es mir“, erzählt sie, während wir durch einen lichten Lärchenwald wieder Aufsteigen.

Unser Tagesziel ist die Innerkrems, die wir samt Überschreitung der Gaipahöhe nach knapp sechs genussvollen Stunden erreichen. „Es ist wie Weitwandern im Sommer“, schmunzelt Bergprofi Michi: „Nur im Winter halt mit Skiern!“

Deshalb ist der Nockberge Trail auch für Anfänger machbar, die ein Skitourenabenteuer suchen. Denn das Gelände ist sanft, niemals richtig steil. Außerdem schläft man nicht in Hütten, sondern in bequemen, komfortablen Hotelbetten. Es gibt einen Gepäcktransport und sogar Liftunterstützung. Und so startet unsere zweite Tour, die Königsetappe, auch mit einem Sessellift und zwar hinauf auf den Grünleitennock. Oben angekommen, lachen wir mit der Sonne um die Wette und steigen stetigen Schrittes Richtung Königsstuhl auf. Mit 2336 Meter Höhe ist es der höchste Punkt unserer Skidurchquerung. Entlang eines ausgeprägten Rückens durchqueren wir das Zentrum des Biosphärenparks Nockberge, bis wir nach mehreren Abfahrten und Aufstiegen die Turracher Höhe erreichen.

Ausgerastet, ausgeschlafen und voller neuer Energie startet der dritte Tag wieder mit einer Seilbahn. Und nach einem kurzen Grataufstieg ist der 2334 Meter hohe Rinsennock erklommen.

Nach einer genussvollen Abfahrt über südseitige Firnhänge erreichen wir über den Klommnock-Gipfel nach sechs Stunden unser Tagesziel, den Falkert, wo wir uns in einem Hotpot, einem wohl temperierten Badefass, entspannen und uns im Hotel kulinarisch verwöhnen lassen.

Wie schon die Tage zuvor machen wir auch am letzten Tourentag zuerst mit dem Lift entspannt Höhenmeter und fahren über den Tanzboden in Richtung Falkertschutzhaus ab, bevor wir noch einmal auffellen, auf den Steinnock aufsteigen und Richtung Bad Kleinkirchheim abfahren. „Einfach unbeschreiblich schön“, schwärmt Monika, die bereits überlegt, wie sie ihre Freundinnen für eine Mädls-Skitour durch die Nockberge begeistern kann: „Diese Kombination aus Stille, Wildnis und Wellness kann schon was!“ Lediglich der organisatorische Aufwand ist für Anbieter, wie die bekannte Alpinschule Highlife in Klagenfurt, sehr hoch, was sich auch in den Kosten widerspiegelt. Wer jedoch als Skitourengeher etwas wirklich Besonderes sucht, ein sicheres, genussvolles Skiabenteuer inklusive viel Komfort und dabei das weiche Hotelbett einem Biwakzelt vorzieht, der ist beim Nockberge-Trail richtig. Uns hat es jedenfalls richtig gut gefallen.

Informationen und Buchungen

Alpinschule Highlife Klagenfurt, 0463/595189 oder office@highlife.co.at  www.highlife.co.at

940 Euro pro Person im Doppelzimmer inklusive Führung, Halbpension, Gepäck- und Personentransport.

Hannes Wallner
Hannes Wallner
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