Entwarnung

Patientin in Wien nicht mit Coronavirus infiziert

Wien
26.01.2020 21:45

Entwarnung beim Coronavirusverdachtsfallin Wien: Die chinesische Flugbegleiterin, die am Samstagabend mit Verdacht auf eine Infektion mit dem Coronavirus in das Kaiser-Franz-Josef-Spital eingeliefert wurde, ist nicht mit dem neuen Virus infiziert, hieß es in einer Aussendung des Krankenhauses am Sonntagabend.

„Ich möchte hier vor allem dem Team des virologischen Zentrums der Med Uni Wien danken, das die Tests so rasch durchgeführt hat und in dieser wichtigen Frage für Sicherheit sorgt“, unterstrich der medizinische Direktor des KAV, Michael Binder. Diese reibungslose Zusammenarbeit aller involvierten Einrichtungen und die „perfekt funktionierende Rettungskette zeigt, dass Wien für mögliche künftige Fälle bestens vorbereitet ist“, so Binder.

Die Infektionsabteilung und Isolierstation im Kaiser-Franz-Josef-Spital (Bild: APA/HELMUT FOHRINGER)
Die Infektionsabteilung und Isolierstation im Kaiser-Franz-Josef-Spital

Bei der Patientin handelt sich um eine Flugbegleiterin, die seit 24. Jänner in Wien ist und war davor in Wuhan gewesen. Die chinesische Staatsbürgerin war am Samstagabend als Verdachtsfall mit einer grippalen Symptomatik in der 4. Medizinischen Abteilung des Spitals aufgenommen worden.

(Bild: APA)

Der Fall lief quasi wie in einem Lehrbuch ab: „Die Frau hatte sich zwei Tage in Wuhan aufgehalten“, sagte Oberärztin Sabine Hagenauer von der 4. Medizinischen Abteilung des Krankenhauses (Infektionsabteilung) und behandelnde Ärztin. Als Flugbegleiterin einer Crew sei sie dann in einem relativ knappen zeitlichen Abstand eben nach Wien gekommen.

Alarmierung erfolgte durch Patientin selbst
Die Alarmierung der Rettung erfolgte durch die Patientin selbst. Hagenauer: „Die Patientin hatte Sorge, infiziert sein zu können und hat die Rettung angerufen.“ Die Flugbegleiterin hatte in einem Hotel in Wien übernachtet. Von dort aus wurde die Wiener Berufsrettung kontaktiert.

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Wir haben die Kontaktpersonen aufgesucht. Sie sind alle symptomfrei.

Ursula Karnthaler vom Wiener Gesundheitsamt

Klaus Herbich (MA 70/Wiener Berufsrettung): „Wir haben die Patientin direkt aus dem Zimmer abgeholt und ins Spital gebracht.“ Schon dabei seien alle Sicherheitsmaßnahmen getroffen gewesen, um eine allfällige Übertragung auf andere Personen zu verhindern. „Kontaktschutz gehört zur Standardausrüstung der Wiener Berufsrettung.“ Die Aktion sei ab Samstag 21.30 Uhr gelaufen. Ursula Karnthaler (MA 15/Gesundheitsamt) schilderte das bisherige seuchenhygienische Vorgehen als Vorsichtsmaßnahme auch im bloßen Verdachtsfall: „Wir haben die Kontaktpersonen aufgesucht. Sie sind alle symptomfrei.“ Es handle sich dabei vor allem um die übrigen Crewmitglieder.

(Bild: AFP/Vivek Prakash)

China verschärft Maßnahmen
China, das Ursprungsland des Virus, hat angesichts des starken Ausbreitung der Lungenkrankheit seine Maßnahmen am Wochenende deutlich verschärft. Die Zahl der bestätigten Todesopfer stieg bis Sonntag auf 56, wie die Nationale Gesundheitsbehörde mitteilte. Demnach haben sich fast 2000 Menschen mit dem Coronavirus angesteckt, das die Krankheit auslöst. Einige Länder bereiteten sich darauf vor, ihre Staatsbürger aus der Region Wuhan auszufliegen. Experten rechnen damit, dass sich der Kampf gegen das Virus noch lange hinziehen wird.

(Bild: „Krone“, stock.adobe.com)

USA meldet fünften Fall
In den USA ist inzwischen bei fünf Menschen das neuartige Coronavirus diagnostiziert worden. Es sei damit zu rechnen, dass weitere Fälle auftreten, teilte die US-Gesundheitsbehörde CDC am Sonntag mit. Hundert Patienten würden derzeit landesweit wegen des Verdachts einer Infektion mit dem Virus untersucht.

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