26.01.2020 16:50 |

Wuhan abgeschottet

Epizentrum des Coronavirus gleicht Geisterstadt

Die Elf-Millionen-Metropole Wuhan, die das Epizentrum des Ausbruchs des neuen Coronavirus darstellt, wirkt nach verhängten Reiseeinschränkungen und der Absage von Großveranstaltungen wie eine Geisterstadt. Ein Einwohner dokumentierte die Situation in der Stadt, die aus Angst vor der Lungenkrankheit von der Welt abgeschottet wurde.

„Da sich das neue Coronavirus von Wuhan ausbreitet, hat die Stadtregierung beschlossen, die Stadt ab heute abzuriegeln. Alle öffentlichen Verkehrsmittel wurden eingestellt. Flughäfen, Bahnhöfe und Autobahnen sowie andere Ausgänge von Wuhan sind geschlossen“, berichtet Lin Wenhua, der in Wuhan lebt, in dem Video.

Und tatsächlich: Als er die Fahrt durch seine Heimatstadt filmt, sieht man sehr wenige Autos und Passanten in der sonst so belebten Metropole. „Ohne öffentlichen Verkehr ist es ruhig in der Stadt geworden“, erklärt Wenhua.

„95 Prozent der Menschen tragen Atemmasken“
Die Angst, sich mit der Lungenkrankheit anzustecken, ist allgegenwärtig. „95 Prozent der Menschen tragen Atemmasken, aber immer noch geht eine winzige Minderheit von Menschen mittleren und alten Alters Risiken ein, indem sie keine Masken tragen“, so der Einwohner Wuhans. Zahlreiche Geschäfte und Einkaufszentren wurden geschlossen. Der Kameramann rüttelt zum Beweis an verschlossenen Türen.

Fertiggerichte, Obst und Gemüse teilweise ausverkauft
Es gebe allerdings auch Berufsgruppen, die ihre Arbeit im Freien noch nicht niedergelegt hätten. „Reinigungspersonal, Lieferanten und einige Mitarbeiter der Stadtverwaltung arbeiten immer noch draußen“, so Wenhua. In den wenigen Geschäften, die noch offen haben, sind die Regale teilweise leer: Vor allem Fertignudelgerichte sowie Gemüse und Obst sind teilweise ausverkauft. Es bestehe allerdings kein Grund zur Sorge. „Es gibt ein ausreichendes Angebot an gekochten und tiefgefrorenen Lebensmitteln“, so der filmende Einwohner.

Trotz der gespenstischen Lage ist Wenhua, überzeugt, dass die Abriegelung der Stadt sinnvoll war. „Solange Betrieb in der Stadt ist, ist alles in Ordnung. Und wir haben die Unterstützung des gesamten chinesischen Volkes. Als Bürger von Wuhan unterstütze ich die Abschottung, weil sie nicht nur die weitere Verbreitung des Virus verhindert, sondern auch die besten Ressourcen zur Lösung der Epidemiesituation bündelt.“

Miriam Krammer
Miriam Krammer
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