04.01.2020 19:54 |

„Allahu akbar“-Rufe

Anti-Terror-Ermittlungen nach Messerattacke

Einen Tag nach dem tödlichen Messerangriff in der Nähe von Paris hat die Anti-Terror-Staatsanwaltschaft die Ermittlungen übernommen. Das teilte die Behörde am Samstag in der französischen Hauptstadt unter Verweis auf eine Radikalisierung des Täters sowie den offenbar gezielten Charakter der Tat mit.

Kurz zuvor war bekannt geworden, dass der Angreifer bei der Tat „Allahu akbar“ (Gott ist groß) gerufen und einen muslimischen Passanten verschont hatte.

Täter verschonte einen muslimischen Passanten
Die Staatsanwältin von Créteil, Laure Beccuau, sagte am Samstag bei einer Pressekonferenz, der 22-jährige Nathan C. habe bei der Tat „Allah Akbar“ gerufen. Er habe zudem einen Passanten verschont, der sich durch das Aufsagen eines Gebets auf Arabisch als Muslim zu erkennen gegeben habe. Danach habe der 22-Jährige mit „extremer Gewalt“ und „extremer Entschlossenheit“ seine Taten begangen.

Beccuau machte auch weitere Angaben zum Gesundheitszustand des Angreifers. Dieser sei bis Mai in einer psychiatrischen Einrichtung in Behandlung gewesen. Demnach litt er seit seiner Kindheit an psychischen Problemen. 2017 konvertierte er den Angaben zufolge zum Islam.

„Psychische Störungen“ beim Täter festgestellt
Bei dem Messerangriff in einem Park im südlichen Pariser Vorort Villejuif waren am Freitag ein Mann getötet und zwei Frauen verletzt worden. Der Angreifer wurde auf der Flucht erschossen. Bereits am Freitag hatten die Ermittler von „psychischen Störungen“ des Täters gesprochen. Den Behörden war im Vorfeld keine Radikalisierung des 22-Jährigen aufgefallen.

Die Tat erfolgte wenige Tage vor dem fünften Jahrestag des Angriffs auf die Satirezeitung Charlie Hebdo im Jänner 2015. Bei dem islamistischen Anschlag waren zwölf Menschen getötet worden. Frankreich ist seit 2015 von einer Reihe von Anschlägen getroffen worden, bei denen insgesamt mehr als 250 Menschen starben. Die Angriffe hatten zumeist einen islamistischen Hintergrund. Zuletzt erstach im Oktober ein zum Islam konvertierter Verwaltungsangestellter vier Polizisten im Pariser Polizeipräsidium.

 krone.at
krone.at
Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Ihre Cookies sind deaktiviert. Die Seite wird daher möglicherweise nicht korrekt angezeigt.