19.12.2019 14:16 |

Wird kein Oscar

Silbereisen schiebt vor „Traumschiff“-Start Panik

Am 26. Dezember auf ORF 2 ist es soweit: Dann sticht Florian Silbereisen erstmals mit dem „Traumschiff“ in See. Dort setzt er sich in der Kabine seine weiße Mütze auf, sagt „Jetzt geht‘s los“ und eilt entschlossenen Schrittes auf die Kommandobrücke. Weniger selbstbewusst als die Figur, die er spielt, ist Silbereisen in Hinblick auf die Premiere nächste Woche. Diese macht ihn furchtbar nervös.

Seine erste Reise mit dem großen ZDF-Dampfer führt ihn nach Antigua und wird, wie es die Tradition will, am zweiten Weihnachtstag ausgestrahlt - auch bei den Silbereisens zu Hause. „Das ‘Traumschiff‘ läuft bei uns, seitdem ich denken kann. Und ich werde es auch in diesem Jahr mit der ganzen Familie schauen“, berichtete er der Deutschen Presse-Agentur. „Aber wahrscheinlich bin ich so nervös vor der Premiere (...), dass ich mich mal ins Nebenzimmer zurückziehen muss.“ Gesehen hat er die erste Folge noch nicht. „Ich gehe aber nicht davon aus, sofort einen Oscar zu gewinnen“, schätzte er seine schauspielerische Leistung ein.

Meistdiskutierte TV-Persönlichkeit des Jahres
Nervosität ist durchaus angebracht, ist der Silbereisen auf dem „Traumschiff“ doch die vielleicht meistdiskutierte TV-Personalie des Jahres, schreibt die dpa. Viele fragten: Kann das gut gehen? Ist der nicht viel zu jung für einen Kapitän? Und kann der das überhaupt?

Das Drehbuch nutzt die Debatte und stellt genau diese Fragen auch in Silbereisens erster Folge in den Mittelpunkt. Auch seine Rolle muss sich mit Skepsis und einem alten Seebären, Staff-Kapitän Martin Grimm (Daniel Morgenroth), auseinandersetzen, der seinen neuen Chef für einen risikofreudigen Grünschnabel hält.

Seine ersten Arbeitstage verbringt Parger also in erster Linie damit, sich den neuen Kollegen gegenüber zu beweisen. Dankenswerterweise kommt ihm da der Schwächeanfall des Kapitäns auf einer Jacht zur Hilfe. Parger - der Teufelskerl - springt auf das führerlose Boot und bannt die Gefahr. „Respekt“ sagt sein Widersacher Grimm danach und damit ist der neue Kapitän offiziell akzeptiert.

Ob das so schnell auch für den Schauspieler Silbereisen gilt, ist allerdings fraglich. Der 38-Jährige, der eigentlich Moderator und Sänger ist, wirkt in seiner ersten Folge nicht selten steif, seine Dialoge klingen teils hölzern. Sängerin Sarah Lombardi, die ein singendes Zimmermädchen spielt, oder Moderator Joko Winterscheidt fühlen sich in ihren Rollen sichtlich wohler.

Kapitänsrede am Schluss
So ganz viel zu sehen ist allerdings vom neuen Kapitän auch noch nicht in der ersten Folge - bis auf den selbstlosen Rettungseinsatz und einen kurzen Vortrag („Hier spricht Ihr Kapitän“) für seine Passagiere, der so klingt wie der Wikipedia-Eintrag zu Antigua. Und natürlich die große Kapitänsrede am Schluss, die zum „Traumschiff“ gehört wie die Wunderkerzen auf dem Nachtisch und (für alle die, die zwischendurch eingenickt sind) noch mal komfortabel zusammenfasst, was in der Folge geschah.

In diesem Fall war es das: Mal wieder merken angenervte langjährige Ehepartner (Uschi Glas und Michael Gwisdek), dass sie sich eigentlich doch nicht so doof finden. Eine Mutter (Katharina Heyer) trifft einen alten Freund wieder und lüftet das lange gehütete Geheimnis, wer der Vater ihres unerträglich unwidersprochen homophoben Sohnes ist. Und Hotelchefin Hanna Liebhold (Barbara Wussow) trifft ihren Ex wieder, der blöderweise als Kreuzfahrttester arbeitet.

Verblüffende Ähnlichkeit
Aber zurück zum Mann der Stunde: Als Neu-Kapitän Parger einmal auf der Treppe einer Passagierin begegnet und nur fragt „Alles gut?“, verheddert die sich vor Schreck gleich mit ihrer Handtasche im Geländer - die lustigsten Szene dieser Episode. Zumindest bis ziemlich zum Schluss: Dann nämlich tritt Joko Winterscheidt als Max‘ Bruder Moritz Parger auf und zelebriert damit einmal mehr die verblüffende Ähnlichkeit zwischen ihm und Silbereisen.

Das Internet ist voll von Winterscheidt-Silbereisen-Fotocollagen. Erst im August gab Silbereisen sich auf Winterscheidts-Instagram-Profil als Joko aus und erntete damit Kommentare wie „Floko Silberscheidt“. Der gemeinsame und durchaus selbstironische Auftritt der Beinahe-Doppelgänger ist ganz klar das Highlight der Folge und wäre ein guter Weg für kommende „Traumschiff“-Folgen mit Silbereisen. 

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