"In Innsbruck stehen derzeit zwischen 60.000 und 80.000 Quadratmeter an Büroflächen leer", berichtete jüngst Wohnungsstadträtin Pokorny-Reitter dem Innsbrucker Gemeinderat. "Demgegenüber ist die Liste vorgemerkter Wohnungssuchender nach wie vor sehr lang: Mit Stand Mai 2010 waren 2.189 Wohnungssuchende vorgemerkt." Bis zu fünf Jahre könne es dauern, bis ein Interessent zu einer Stadtwohnung kommt. In der Regel ist diese in etwa halb so teuer wie eine Wohnung auf dem freien Markt.
Weil nicht zu erwarten sei, dass die leer stehenden Büroflächen in den nächsten Jahren reißenden Absatz finden, könne man über eine Adaptierung als Wohnfläche nachdenken, meint die Innsbrucker SPÖ. Dies sei übrigens auch im Koalitionsabkommen von "FI", ÖVP und SPÖ enthalten: "Maßnahmen setzen, die die Umwandlung von Büroflächen zu Wohnungen fördern", heißt es im Vertrag.
Vor allem Single-Wohnungen nötig
"50 Prozent der Wohnungssuchenden sind Alleinstehende. Es ist auch davon auszugehen, dass speziell junge berufstätige Alleinstehende mobil sind und auch Wohnungen in Randlagen akzeptieren. Wichtig ist eine gute Anbindung an den öffentlichen Verkehr", erklärte Pokorny.
Besonders im Auge hat die Stadträtin das Siemens-Areal mit dem ehemaligen Sitz der Pensionsversicherungsanstalt. Sie will nun erste Gespräche führen.
Die Idee an sich ist nicht neu: Im Jahr 2006 brachte VP-Gemeinderat Martin Krulis einen ähnlich lautenden Antrag ein. Sein damaliger Vorstoß scheiterte jedoch am Widerstand von Bürgermeisterin Hilde Zach.
"Inhaltlich ist der Antrag natürlich zu unterstützen", sagt Krulis: "Eine bessere Durchmischung von Wohnen und Arbeiten ist wünschenswert." Der SPÖ-Antrag wurde einstimmig angenommen. Er sieht vor, eine Arbeitsgruppe mit Fachleuten zu bilden, die ein Konzept entwickeln sollen.
von Philipp Neuner, Tiroler Krone
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