Preis-Feilschen

So kämpfen die Hotels in Kärnten um ihr Überleben

Kärnten
21.06.2010 21:57
Zumindest kalendarisch ist Sommer. Doch Kärntens Hoteliers kämpfen nicht nur mit dem Wetter, sondern auch mit einem völlig geänderten Urlaubsverhalten: Immer kürzer wird die Aufenthaltsdauer, immer kurzfristiger erfolgen die Buchungen. Paradehotelierin Karin Leeb: "Es geht uns jede Planbarkeit verloren."

"Das völlig geänderte Urlaubsverhalten erschwert alles, vor allem im Bereich der Dienstpläne und bei Mitarbeiterzahlen", schildert Karin Leeb, die gemeinsam mit ihrem Gatten Martin Klein das legendäre "Hochschober" auf der Turrach führt. Dazu trage auch das Internet bei, das die "Wetterprüfung" am Urlaubsort erleichtere. "Und erst wenn es passt, wird gebucht".

Die Wirtschaftskrise äußere sich auch in weiteren Details, so die Hoteliern. "Früher hat’s das nicht gegeben, dass um den Preis gefeilscht wird. Jetzt kommt das relativ oft vor und die Gäste versuchen, verschiedene Hotels gegeneinander auszuspielen."

Bis zu 20 Prozent Nachlass
Geurlaubt wird in Kärnten durchschnittlich nur noch für 4,9 Tage, sagt Karin Leeb. Dieser Sommer werde daher noch schwieriger als jener des Vorjahres. Viele Hotels würden bereits mit 20 Prozent Nachlass werben. Karin Leeb stemmt sich gegen diesen Trend: "Wenn man zehn Prozent Rabatt gibt, muss man etwa 17 Prozent mehr Nächtigungen verbuchen."

Apropos Internet: Hier würde auch immer mehr Bedeutung den vielen Seiten und Portalen zukommen, auf denen man Hotels beurteilen kann. Karin Leeb: "Als Hotel kann man sich nicht gegen diese Entwicklung stellen. Die eigenen Gäste zu motivieren, ihre Urlaubserlebnisse im Internet zu teilen, ist wichtig."

von Fritz Kimeswenger, "Kärntner Krone"

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