Geschlossene Anstalt

China: Internet-Süchtige brachen aus Klinik aus

Web
10.06.2010 11:40
In der chinesischen Stadt Huai'an ist eine Gruppe Internet-Abhängiger aus einer geschlossenen Anstalt ausgebrochen. Gemeinsam überwältigten die 14 Jugendlichen im Alter zwischen 15 und 22 Jahren den Wachmann und fesselten ihn an sein Bett, in dem er sich gerade ausgeruht hatte. Sie verließen die Anstalt jedoch nicht, ohne sich vorher bei dem Mann für die drastische Maßnahme zu entschuldigen.

Danach flohen die Ausbrecher in die Heimatstadt des Anführers der Meuterei, einige von ihnen nutzten dafür aber ein Taxi. Als sie die Fahrt nicht bezahlen konnten, rief der Lenker die Polizei. Mittlerweile sind alle Jugendlichen wieder zurück in der Anstalt.

Als Grund für die Flucht gaben sie den anstrengenden Tagesablauf in der Klinik an: Aufstehen müssten sie um 5 Uhr früh, Schlafenszeit sei um 21.30 Uhr. In der Zeit dazwischen steht für die Jugendlichen hartes körperliches Training sowie Kurse in chinesischer Philosophie und Kalligraphie auf dem Programm.

Die Verantwortlichen rechtfertigen den strengen Umgang mit den internetsüchtigen Jugendlichen: "Wir müssen ihnen Disziplin beibringen und ihnen helfen, einen geregelten Tagesablauf zu finden. Bei den Jugendlichen müssen wir dafür Militär-Methoden anwenden", erklärte ein Mitarbeiter der Anstalt.

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