11.11.2019 07:07 |

Video zeigt Proteste

Hongkong: Polizist schießt Vermummtem in Brust

Bei den Anti-Regierungs-Protesten in Hongkong ist es am Montag erneut zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei gekommen. Dabei wurde ein Demonstrant von einem Polizisten aus nächster Nähe angeschossen (siehe Video oben). Der junge Mann befindet sich in einem kritischen Zustand. Wütende Demonstranten blockierten Straßen und legten Brände. Seit dem Ausbruch der Proteste im Juni war es das dritte Mal, dass ein Demonstrant von der Polizei angeschossen wurde.

Wie die Hongkonger Zeitung „South China Morning Post“ berichtete, wurde der 21-Jährige am Montagmorgen Ortszeit in den Oberkörper getroffen. Auf einem in sozialen Netzwerken geteilten Video ist zu sehen, wie ein Polizist zunächst aus nächster Nähe seine Waffe auf einen Demonstranten richtet. Es kommt zu einem Handgemenge. Als von der Seite ein weiterer Demonstrant auf den Beamten zukommt, schießt er auf diesen und feuert zwei weitere Schüsse in eine andere Richtung ab.

„Demonstranten kämpften nicht, die Polizei rannte und schoss direkt“
Die Polizei bestätigte den Vorfall und gab an, dass Beamte auch an zwei weiteren Orten in der Stadt am Montag ihre Dienstwaffen gezogen hätten. Verantwortlich dafür seien die illegalen Taten der „Randalierer“ gewesen. „Die Demonstranten kämpften nicht und die Polizei rannte und schoss direkt. Es gab drei Geräusche, wie pam, pam, pam“, sagte hingegen ein Bewohner eines der betroffenen Viertels der Millionenmetropole.

Demonstranten blockierten Straßen
Seit dem Ausbruch der Anti-Regierungs-Proteste im Juni war es das dritte Mal, dass ein Demonstrant von einem Polizisten angeschossen wurde. Der Vorfall am Montag ereignete sich inmitten einer Welle neuer Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei. Die Protestierenden blockierten an mehreren Orten in der Stadt Straßen, legten Feuer und warfen mit Pflastersteinen. Die Polizei setzte Tränengas und Gummigeschosse ein.

Mehrere Universitäten strichen am Montag den Unterricht. Auch der Nahverkehr wurde eingeschränkt. Die Proteste entzündeten sich erneut am Tod eines Studenten am Freitag. Der 22-Jährige war an seinen schweren Verletzungen gestorben, nachdem er vergangene Woche am Rande von Protesten von einem Parkhaus gestürzt war.

Seit fünf Monaten Massenproteste
Auch am Wochenende war es in Hongkong erneut zu Ausschreitungen gekommen. Seit dem 9. Juni demonstrieren die Hongkonger gegen die eigene Regierung. Sie kritisieren einen wachsenden Einfluss der Pekinger Führung auf die ehemalige britische Kronkolonie. Immer wieder kommt es dabei zu schweren Zusammenstößen von Polizei und Demonstranten.

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