Öl-Katastrophe

Obama platzt der Kragen: “Arschtritt” für Verantwortliche

Ausland
08.06.2010 10:47
US-Präsident Barack Obama ist jetzt endgültig der Kragen geplatzt: Er wolle wissen, wem er wegen der Ölpest im Golf von Mexiko "in den Arsch treten" müsse (wörtlich: "whose ass to kick"), sagte Obama in einem Interview mit NBC. Die Experten hätten darauf wohl die beste Antwort, "aus diesem Grund reden wir mit diesen Leuten", entgegnete ein sichtlich grantiger US-Präsident der Kritik, er spreche beim Krisenmanagement zu oft mit Fachleuten, anstatt den Kontakt zur Bevölkerung zu suchen.

In dem Interview verteidigte sich der US-Präsident auch gegen den Vorwurf, zu spät auf die Ölpest reagiert zu haben: "Vor einem Monat habe ich mir die Katastrophe vor Ort angeschaut. Zu diesem Zeitpunkt haben die Kritiker nicht mal gewusst, was im Golf genau vor sich geht." Er habe sich mit Fischern unterhalten und mit ihnen über die Folgen der Katastrophe diskutiert.

Kein gutes Haar ließ Obama an BP-Chef Tony Hayward, der zuletzt mit arroganten Statements - unter anderem wünschte er sich in einem Interview "mein altes Leben zurück" - für Aufsehen sorgte. "Für mich würde jemand, der solche Dinge sagt, sicher nicht arbeiten", stellte Obama klar.

Seit Wochen in der Kritik
Der US-Präsident steht seit Wochen in der Kritik, weil die Regierung nicht entschlossen genug auf die Umwelt-Katastrophe im Golf von Mexiko reagiert haben soll. Einer Umfrage der "Washington Post" und des Senders ABC zufolge sind 69 Prozent der US-Amerikaner der Meinung, dass die Regierung sich im Umgang mit der Ölpest "nicht so gut" oder gar "schlecht" geschlagen hat.

Der US-Präsident befürchtet wegen der Ölpest erhebliche Auswirkungen auf die wirtschaftliche Entwicklung in den USA. "Die Folgen dieser Katastrophe werden beachtlich und dauerhaft sein", hatte Obama nach einem Treffen mit Mitgliedern seines Kabinetts und anderen Regierungsmitgliedern im Weißen Haus anlässlich der seit fast 50 Tagen andauernden Ölpest gesagt.

BP muss vor US-Kongress Krisenmanagement erläutern
Der politische Druck auf BP wächst immer mehr: Allein in dieser Woche muss der Konzern vor drei Ausschüssen des US-Kongresses seinen Umgang mit der Ölpest erläutern. BP gelingt es mittlerweile zwar, einen Teil des austretenden Öls abzusaugen. Ein kompletter Stopp dürfte jedoch frühestens im August gelingen.

Am Montag hatten vor einem Unterausschuss des Repräsentantenhauses Angehörige von bei der Explosion der Bohrinsel "Deepwater Horizon" umgekommenen Arbeitern ausgesagt. Sie forderten eine harte Bestrafung der Unternehmen, die die Sicherheitsstandards ignoriert hätten.

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