04.11.2019 11:03 |

Fatale Nachwirkung

Masernviren löschen teilweise das Immungedächtnis

Dass Maserninfektionen alles andere als harmlos sind und auch tödlich enden können, ist hinlänglich bekannt. Jetzt haben Forscher eine fatale Nachwirkung dieser Krankheit entdeckt: Die Viren löschen einen Teil des Immungedächtnisses, wodurch Betroffene auch über die Masernerkrankung hinaus empfänglicher für Infektionen mit anderen Erregern werden.

So komme es bei einer Masernerkrankung häufiger zu weiteren Infektionen wie beispielsweise bakteriell bedingten Lungen- oder Mittelohrentzündungen, wie das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) in Langen mitteilte. Das würden Forschungen des PEI gemeinsam mit Experten aus Großbritannien und den Niederlanden bestätigen.

Ein Team des PEI, das in Deutschland als Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel fungiert, untersuchte gemeinsam mit Wissenschaftlern aus Großbritannien und den Niederlanden, welche Mechanismen zu dieser Immunsuppression führen. Hierzu analysierten sie unter anderem die Entwicklung einer wichtigen Gruppe von Immunzellen für das Immungedächtnis, der sogenannten B-Gedächtniszellen.

Reifung von Gedächtniszellen beeinträchtigt
Während die genetische Zusammensetzung und Vielfalt dieser B-Gedächtniszellen bei Menschen ohne Maserninfektion und bei Geimpften stabil war, war bei Menschen nach Maserninfektionen die Vielfalt der Immunzellen zum Teil sehr stark beeinträchtigt. Zudem fanden die Forscher Hinweise auf eine Beeinträchtigung der B-Zellreifung.

„Impfung schützt das Immungedächtnis“
„Die Masernimpfung ist nicht nur für den Schutz vor Masernviren wichtig, sondern schützt auch vor dem Auftreten oder schweren Verläufen anderer Infektionskrankheiten“, erklärte PEI-Präsident Klaus Cichutek. „Sie schützt das Immungedächtnis, das bei Maserninfektionen schwer beeinträchtigt werden kann.“

Zahl der Krankheitsfälle nimmt zu
Eigentlich sollten Masern längst ausgerottet sein - stattdessen nehmen sie wieder zu. In den ersten sechs Monaten 2019 wurden weltweit fast dreimal mehr Fälle gemeldet als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

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