29.08.2019 12:00 |

Flamingo-Flüsterer

Robert Scheck ist Herr über 100 Flamingos

Aus der Flamingo-Kolonie bei den St. Peter Weihern flog Dienstag ein Tier in den Almkanal. Spaziergänger schlugen Alarm, als sie das panisch rudernde Tier entdeckten. Polizisten retteten den Flamingo. Tags darauf das selbe Szenario: Die Feuerwehr sichtete den Flamingo auf der gleichen Strecke, er schwamm offenbar mit einem Biber um die Wette.

„Meine 100 Flamingos können fliegen, wohin sie wollen“, sagt Robert Scheck, der diese Tiere an der Sinnhubstraße hält: „Generell bleiben sie da, weil sie mit Kücken-Spezialfutter gut versorgt werden.“

Jungtiere büxen schon einmal aus, denn keines der Tiere wird flugunfähig gemacht: „Meist ist beim Pass Lueg Schluss, weil dort der Südwind zu stark ist und sie drehen um“, so Flamingoflüsterer Scheck. Allerdings: Im Herbst verspüren auch die mittlerweile sesshaften die Tiere einen Zugzwang.

Und so trieb der Flamingo Dienstag abends zweieinhalb Kilometer bis zum Müllner Bräustübl. „Es gab bei der Anhaltung keinen Widerstand“, scherzten die Polizisten, die das entkräftete Federvieh bei einem Treibgutgitter aus dem Almkanal zogen: „Mit den Surfern im Almkanal wird es der Flamingo wohl nicht so bald wieder aufnehmen wollen.“

Mittwoch wiederholte Flamingo den Ausflug
Was für ein Irrtum: Mittwoch mittags gab es wieder Flamingo-Alarm, auf derselben Route. Beim ersten Versuch konnte die Feuerwehr den Flamingo unweit des Bräustübls nicht bergen, er lieferte sich im Almkanal offenbar ein Wettschwimmen mit einem Biber.

Seit 1965 hält der in München geborene Altstadt-Bauer Robert Scheck Flamingos bei den Weihern: „Die ersten drei Tiere habe ich damals als Schüler um je 20 Mark von einem Tierhändler in Wals erstanden.“ Schecks Vater Otto hatte dem Schüler den Floh ins Ohr gesetzt und ihm die allerersten Tiere geschenkt.

Flamingos haben in Leopoldskron Tradition
Flamingos gab es auch schon viel früher und vor der Scheck-Kolonie in Leopoldskron. Peterl, Schecks ältester Flamingo, ist mittlerweile schon 65 Jahre alt: „Die Tiere paaren sich ihr Leben lang, sind treu wie Graugänse und werden leicht 70 Jahre alt“, sagt Robert Scheck. Peterl ist eines der ersten Tiere, die er einst gekauft und mühsam aufgepäppelt hat. Dabei half ihm das Wissen seines ersten Schwiegervaters, Heinrich Windischbauer – er war ab 1960 erster Zoodirektor in Hellbrunn.

Manche flogen weg und leben nun in Bayern
Von Leopoldskron aus haben manche Flamingos allerdings auch den Weg in die Freiheit gefunden: „Ein paar haben sich vertschüsst und bei Eggenfelden in Bayern eine Kolonie gegründet“, so Scheck. Einige sind auch schon unter der Staatsbrücke durchgeflitzt – straffrei, anders als einst Red-Bull-Pilot Hannes Arch.

Wolfgang Weber
Wolfgang Weber
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