In Kärnten haben 26 Mediziner eine Planstelle als Gynäkologe, verbunden mit einem Vertrag mit der Gebietskrankenkasse. Keine einzige Planstelle ist aktuell von einer Medizinerin besetzt – und das in einem Fachgebiet, das die Intimsphäre der Patientinnen nicht ignorieren kann. Minister Stöger will jetzt die Quote von Frauen als Frauenärztinnen heben und setzte eine Verordnung in Kraft, wonach weibliche Bewerberinnen einen "Bonus" für die Reihungslisten erhalten.
Mehr hat der Minister nicht gebraucht! Die Kärntner Ärztekammer (und nur diese, denn alle anderen Länder setzen die Verordnung um) klagt namens ihrer beleidigten männlichen Mediziner. Präsident Othmar Haas, sich der schiefen Optik bewusst, ringt um eine Erklärung: "Wir meinen, dass Mandln und Weibln gleich zu behandeln sind."
Der Rechtsvertreter der Ärztekammer, Gernot Murko, begründet die Klage beim Verfassungsgerichtshof noch ausführlicher: "Es ist keinerlei Limit eingezogen. Wird das so umgesetzt, gibt's irgendwann nur noch weibliche Frauenärzte." Außerdem sei die Betonung der "besonderen weiblichen Vertrauenswürdigkeit" in der Verordnung ein Schlag ins Gesicht der männlichen Gynäkologen. "Sind die etwa nicht vertrauenswürdig?"
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