Aktion am Samstag

Müllverbrennung in Heiligenkreuz – Unmut in Ungarn

Burgenland
05.05.2010 12:18
Ein Zeichen des Protests gegen die geplante Müllverbrennungsanlage in Heiligenkreuz will am Wochenende die ungarische Bürgerinitiative Pro Natura St. Gotthard (PRONAS) setzen. So ist am Samstag in Szentgotthard ein Zug zum Denkmal der Völkerfreundschaft geplant, wo symbolisch Kanonenschüsse abgefeuert werden sollen, um dem Anliegen der Initiative Gehör zu verschaffen. Die heimischen Grünen distanzieren sich allerdings von der geplanten Aktion.

Die Protestveranstaltung soll um 14 Uhr am Hauptplatz in Szentgotthard beginnen. Anschließend ist ein Zug zum Denkmal vorgesehen, wobei Husaren zwei mitgeführte Böllerkanonen begleiten. Dort angekommen, sollen dann einige "Kanonenschüsse" knallen. Natürlich werde nicht scharf geschossen.

"Möchten unsere Stimme erheben"
"Wir möchten mit diesem Kanonendonner unsere Stimme erheben", so ein Vorstandsmitglied von Pronas, "unsere Stimme wird in Österreich bei den Behörden einfach nicht gehört." Es handle sich quasi um einen "Hilfeschrei" vor der für Sommer erwarteten Entscheidung des Umweltsenates, bei dem laut Homepage 485 Berufungen gegen den Genehmigungsbescheid der burgenländischen Landesregierung einlangten. PRONAS hat in der Vergangenheit mehrfach gegen die Anlage protestiert.

Die heimischen Grünen kritisieren in der Angelegenheit Landeshauptmann Hans Niessl (SP). Dieser habe der Stadtgemeinde Szentgotthard die Parteienstellung und damit die Stimme im Verfahren entzogen. "Dass so ein Umgang mit Menschen Probleme erzeugt, da braucht man sich natürlich nicht wundern", so Umweltsprecherin Christiane Brunner.

Heimische Grüne distanzieren sich
Brunner distanzierte sich jedoch von der Veranstaltung am Samstag, auch wenn die Kanonen nur symbolisch zum Einsatz kommen: "Wir haben ohnehin die besseren Argumente. Wir würden so eine Symbolik gar nicht brauchen." Per Aussendung forderte die Abgeordnete die Veranstalter außerdem auf, die Aktion abzusagen. Ungeachtet dessen sei der Widerstand gegen die Müllverbrennung natürlich berechtigt: "Diese Anlage zählt zu den unsinnigsten Müllverbrennungsanlagen überhaupt, zerstört Naturräume und Landschaftsbild und mindert Lebensqualität und Eigentumswerte."

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