"Am Freitag haben wir das Gerichtsgutachten erhalten, am Montag hat sich der Vorstand dazu entschlossen, Insolvenzantrag zu stellen", erklärt AvW-Anwalt Franz Großmann. Der Handel mit den Aktien wurde ausgesetzt, der Konkursantrag eingebracht.
Das Landesgericht hat Gerhard Brandl als Masseverwalter bestellt, der "Licht ins Chaos bringen wird", wie es sich Anlegervertreter Holzinger wünscht: "Der Schritt in die Insolvenz war bei der Verdachtslage und den Vorwürfen logisch. Jetzt geht es darum, auszuloten, welche Möglichkeiten die Anleger haben."
Anlegeranwalt Holzinger etwa, der gut 1.000 der um 350 Millionen Euro geprellten 12.000 AvW-Kunden vertritt, hat bereits ein erstes, allerdings nicht rechtskräftiges Urteil gegen die AvW-Partnerbank in der Tasche.
Für Kleingläubiger nicht viel zu holen
Diese wurde als Depot- und Hausbank dazu verurteilt, einem Opfer das Geld zurückzuzahlen. Durch die Pleite wird für die Kleingläubiger bei AvW selbst nicht viel zu holen sein. Das Firmenvermögen soll laut Großmann nicht mehr als 50 Millionen Euro betragen; allein die Finanzschulden sollen aber bei 56 liegen.
Da käme eine Bank wohl gerade recht, um sich schadlos zu halten. "Auch die Rolle der Finanzmarktaufsicht ist zu hinterfragen", schießt Holzinger scharf. "Vielleicht gibt es ja auch hier eine Haftung, weil nicht rechtzeitig eingegriffen wurde."
von Kerstin Wassermann, "Kärntner Krone"
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.