31.07.2019 16:10 |

Nur noch 19 Exemplare!

Kalifornischer Schweinswal vor dem Aussterben

Der Kalifornische Schweinswal steht praktisch vor dem Aussterben. Trotz aller Bemühungen um den Erhalt der auch als Vaquitas bezeichneten Tiere gab es im Herbst 2018 nur noch weniger als 19 Exemplare. Dies gehe aus der Auswertung von Aufnahmen hervor, die mit Unterwasser-Mikrofonen gemacht wurden, berichten Forscher. Der nur delfingroße Wal falle vor allem illegal eingesetzten Fischernetzen zum Opfer, heißt es.

Mit einer Länge von nur etwa 150 Zentimetern und einem Gewicht von maximal 40 Kilogramm ist der Kalifornische Schweinswal, der nur im Golf von Kalifornien vorkommt, eine der kleinsten Walarten. Fischer machen dort illegal Jagd auf die Totoaba - eine ebenfalls bedrohte Fischart, deren Schwimmblase auf dem Schwarzmarkt in China als angebliches Aphrodisiakum und Heilmittel extrem hohe Preise erzielt, weshalb sie auch als „Kokain des Meeres“ bekannt ist.

Immer wieder verfangen sich Schweinswale in Stellnetzen von Fischern und verenden. Nach Angaben der vom mexikanischen Umweltministerium gegründeten Schutzorganisation VaquitaCPR ist der Vaquita (spanisch: kleine Kuh) die derzeit am akutesten bedrohte Meeressäugerart. Ihr Rückgang beschleunigte sich den Forschern zufolge in den vergangenen Jahren.

Bestand seit 2011 um 99 Prozent geschrumpft
Mexiko hatte zwar den Fischfang mit Treibnetzen im Golf von Kalifornien im Jahr 2015 verboten. Es gebe aber keine Hinweise darauf, dass dies den Rückgang verlangsamt habe, schreiben die Experten. Die Netze würden trotzdem genutzt, wodurch der Kalifornische Schweinswal immer weiter an den Rand der Ausrottung getrieben worden sei. Seit dem Jahr 2011 sei der Bestand um geschätzt fast 99 Prozent geschwunden, berichten die Forscher von Mexikos staatlicher Kommission zum Schutz der Artenvielfalt sowie aus Großbritannien und den USA.

2018 wurden lediglich sechs Tiere gesichtet
Im vergangenen Jahr sind lediglich sechs Vaquitas gesichtet worden, darunter ein Weibchen mit einem Kalb. Für Schlagzeilen hat die Art auch deshalb gesorgt, weil sich US-Schauspieler Leonardo Di Caprio für ihren Schutz einsetzt.

Werden auch „Panda des Meeres“ genannt
In diesem Jahr erschien unter dem Titel „Sea of Shadows“ ein preisgekrönter Dokumentarfilm (siehe Trailer unten) über die Bemühungen, die Vaquitas vor dem Aussterben zu bewahren, den der Hollywoodstar produzierte. Weil sie dunkle Ringe um die Augen und das Maul haben, werden die Wale auch „Panda des Meeres“ genannt.

Auf Liste des gefährdeten Naturerbes
Anfang Juli setzte das Welterbekommitee der UNESCO Mexikos Inselarchipel im Golf von Kalifornien, die Heimat der Vaquitas, auf die Liste des gefährdeten Naturerbes der Welt. Mit dem Status soll auf dringenden politischen Handlungsbedarf hingewiesen werden. Mexiko hatte im vergangenen Jahr eine Erweiterung des Schutzgebiets von 1263 auf 1841 Quadratkilometer erklärt.

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