Kehrtwende in Tirol

Schwangerschaftsabbruch in Klinik nun doch möglich

Tirol
04.05.2026 11:10

Ein einziger Arzt war in Tirol über viele Jahre die einzige Anlaufstelle für Schwangerschaftsabbrüche. Mehrmals scheiterte das Land beim Versuch, zumindest ein weiteres Angebot im niedergelassenen Bereich zu schaffen. Doch nun tut sich für viele überraschend ein anderer Weg auf. 

Es ist ein emotional und ideologisch aufgeladenes Thema: Schwangerschaftsabbrüche. Während in anderen Bundesländern für Frauen in Not Anlaufstellen in öffentlichen Spitälern da sind, wurde in Tirol diese Forderung lange ignoriert. Man wollte einen anderen Weg gehen und im niedergelassenen Bereich Strukturen ausbauen.

Über Jahre hinweg bot nur ein Mediziner in Tirol die Möglichkeit von Schwangerschaftsabbrüchen an. Mehrmals verkündete das Land, nun endlich weitere Ärzte gefunden zu haben. Doch immer wieder machten diese einen Rückzieher. Nun scheint jedoch eine Lösung gefunden.

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Es geht hier nicht um eine weltanschauliche Debatte, sondern um die Verantwortung der öffentlichen Hand.

Cornelia Hagele, Gesundheits-Landesrätin (ÖVP)

Tirol Kliniken übernehmen Leistung
„Das Land Tirol setzt einen sensiblen, aber gesundheitspolitisch notwendigen Schritt zur langfristigen Sicherstellung eines gesetzlich zulässigen Versorgungsangebots für Schwangerschaftsabbrüche um“, heißt es in einer Aussendung. Im gesetzlichen Rahmen werde künftig das Angebot im niedergelassenen Bereich durch eines in öffentlichen Einrichtungen ergänzt. Konkret werden die Tirol Kliniken dies als Privatleistung an einem Standort übernehmen.

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Damit schließen wir eine bestehende Versorgungslücke und schaffen einen verlässlichen, klar geregelten Zugang innerhalb des bestehenden Systems.

Eva Pawlata, Sozial-Landesrätin (SPÖ)

„Es geht hier nicht um eine weltanschauliche Debatte, sondern um die Verantwortung der öffentlichen Hand, die notwendigen Beratungen, ein gesetzlich zulässiges medizinisches Angebot und eine qualitätsvolle Nachsorge verlässlich sicherzustellen“, betont Landesrätin Cornelia Hagele (ÖVP) und erklärt weiter: „Ziel ist es, Frauen in einer höchstpersönlichen und oft belastenden Situation ein verlässliches, medizinisch qualitätsgesichertes und diskretes Angebot zu ermöglichen. Ein Schwangerschaftsabbruch ist ein ausgesprochen sensibles Thema, und die Entscheidung darüber ist eine persönliche Entscheidung der Frau. Gerade deshalb braucht es einen klar geregelten Rahmen, medizinische Standards, Diskretion und ein geordnetes Unterstützungsangebot.“

„Schließen Versorgungslücke“
Hageles Regierungskollegin LR Eva Pawlata (SPÖ) gehörte stets zu jenen, die ein Angebot für Schwangerschaftsabbrüche auch in öffentlichen Spitälern forderten. Dementsprechend zufrieden zeigt sie sich über den jetzt vereinbarten Weg: „Damit schließen wir eine bestehende Versorgungslücke und schaffen einen verlässlichen, klar geregelten Zugang innerhalb des bestehenden Systems.“

Das Land betont, dass die Kosten eines Schwangerschaftsabbruchs ohne medizinische Notwendigkeit grundsätzlich privat zu tragen sind.  Für Härtefälle stünden jedoch entsprechende Unterstützungsinstrumente zur Verfügung. Bei Inanspruchnahme des Angebots der Tirol Kliniken erfolgt die Kontaktaufnahme durch eine Beratungseinrichtung. Für Mitarbeitende sowie Ärztinnen und Ärzte soll die freie Entscheidung, ob ein Schwangerschaftsabbruch durchgeführt wird, gewahrt bleiben.

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