Werden gelöscht

Twitter verschärft Regeln gegen Hasskommentare

Web
09.07.2019 17:31
Porträt von krone.at
Von krone.at

Twitter geht schärfer gegen Inhalte vor, die sich gegen Religionsgemeinschaften richten. So sollen künftig Nachrichten gelöscht werden, in denen religiöse Gruppen mit Ungeziefer und ansteckenden Krankheiten verglichen oder auf andere Art und Weise massiv beleidigt werden, teilte die Sicherheitsabteilung des Kurznachrichtendienstes am Dienstag in einem Blogpost mit.

Das Hauptaugenmerk liege auf der Bekämpfung der Risiken, denen Menschen offline in der realen Welt ausgesetzt seien. „Die Forschung hat gezeigt, dass die Entmenschlichung der Sprache dieses Risiko erhöht.“ Deshalb werde Twitter künftig eine Sprache unterbinden, die andere Menschen wegen ihrer Religionszugehörigkeit entmenschliche, heißt es.

Aus einem Feedback-Prozess mit Antworten aus über 30 Ländern habe man bestimmte Botschaften aufgenommen. Twitter werde künftig in einer klareren Sprache kommunizieren, aufführen, darunter Beispiele für Regelverletzungen. „Viele Menschen äußerten Bedenken, ob Twitter fähig ist, die Regeln fair und konsequent durchzusetzen.“ Deshalb habe man einen gründlicheren Schulungsprozess entwickelt.

Betroffene werfen Twitter Zensur vor
Twitter geht seit gut einem Jahr verschärft gegen aggressive Nutzer vor. Im Mai 2018 kündigte das Netzwerk an, mit Hilfe einer breiteren Verhaltensanalyse vorzugehen, statt nur einzelnen Beiträgen hinterherzujagen. Das Vorgehen ist aber umstritten. Betroffene Störenfriede wie der US-Verschwörungstheoretiker Alex Jones werfen Twitter Zensur vor. Gleichzeitig sieht sich Twitter Vorwürfen ausgesetzt, nicht entschieden genug Hasskommentare zu unterbinden.

Auch US-Präsident Donald Trump, der Twitter massiv für die Mobilisierung seiner politischen Basis nutzt, kritisierte immer wieder die veränderten Spielregeln. Am kommenden Donnerstag soll im Weißen Haus ein Treffen mit „digitalen Führungspersönlichkeiten“ aus dem rechten politischen Spektrum stattfinden, die Twitter und Facebook eine Behinderung ihrer Meinungsfreiheit vorwerfen. Twitter und Facebook wurden dem Vernehmen nach nicht zu diesem „Social-Media-Gipfel“ eingeladen.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Web
09.07.2019 17:31
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung