Nach Kaczynski-Tod
Lech Walesa überlegt Rückkehr in die Politik
Lech Kaczynski war ein enger Weggefährte des Arbeiterführers Walesa, der als Vorsitzender der ersten unabhängigen Gewerkschaft Solidarnosc wesentlich zum Sturz des kommunistischen Regimes in Polen beitrug. Bei den ersten freien Präsidentenwahlen im Jahr 1990 wurde Walesa zum Staatsoberhaupt gewählt. Bald überwarf er sich mit Kaczynski, dessen Intimfeind er zuletzt war. Der Präsident warf dem Arbeiterführer vor, Mitarbeiter des kommunistischen Geheimdienstes gewesen zu sein.
Walesa sagte "Focus", er habe Kaczynski in dieser Frage vergeben, stehe aber weiterhin zu seinen scharfen Aussagen an die Adresse des Rechtspolitikers. Im Oktober 2008 hatte Walesa die Abberufung von Präsident Kaczynski gefordert, weil er "Polen schadet und es lächerlich macht". Damals sagte Walesa, er sei bereit, "im Notfall" selbst bei einer Präsidentenwahl antreten zu wollen.
Integrationsfigur mit Unterstützung aller Parteien
Indes gibt es nach dem Tod Kaczynskis in Polen Überlegungen, bei der vorgezogenen Präsidentenwahl eine Integrationsfigur mit Unterstützung aller Parlamentsparteien aufzustellen. Der Präsidentschaftskandidat der rechtsliberalen Bürgerplattform (PO), Bronislaw Komorowski, hat als Parlamentspräsident interimistisch die Funktion des Staatsoberhaupts übernommen. Die führende Oppositionspartei "Recht und Gerechtigkeit" (PiS) könnte möglicherweise den Ex-Premier und Zwillingsbruder des Verstorbenen, Jaroslaw Kaczynski, ins Rennen schicken.







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