Trauer im Lavanttal

Flugunglück trifft wieder St. Andräer Großunternehmen

Kärnten
13.04.2010 17:40
Nach dem Absturz einer Cessna am Sonntag in den Apenninen bei Ancona wehen in St. Andrä schwarze Fahnen. Das Flugzeugdrama, bei dem zwei Unternehmer (70 und 36) und eine Buchhalterin (56) ums Leben gekommen sind (siehe Infobox), reißt wieder alte Wunden auf. 1996 war bei einem Hubschrauberabsturz die Führung der Firma Kostmann getötet worden.

Im Spital von Fabriano wurden am Dienstagnachmittag die drei geborgenen Leichen obduziert. Noch am Montagabend ist Horst P., Sohn von Manfred P. (70), der die "Cessna 182 Skylane" durch das dichte Schneetreiben manövriert haben soll, zum Unglücksort gereist: "Mein Vater ist ein erfahrener Pilot gewesen. Unsere Familie steht unter Schock!"

Wie die Familie von Stefan H., dem Juniorchef einer Agrar-Technikfirma in Fischering bei St. Andrä. Sein Vater hatte die zehn Jahre alte "Skylane" erst im Vorjahr um 195.500 US-Dollar erworben und im Jänner als Privatflugzeug angemeldet. Die beiden Verunglückten waren auch beim KLV Flugverein in Wolfsberg, so der Flugplatz-Betriebsleiter Willibald Grössing: "P. war viele Jahre unser Vereinsobmann und sehr erfahren."

"Es war noch ein Mann dabei"
Unklar ist noch, warum die drei trotz des dichten Schneetreibens in Rom gestartet waren. Eine Variante: Die 56-Jährige, eine Steinfelder Buchhalterin, hätte Montag früh wieder an ihrem Arbeitsplatz in Klagenfurt erscheinen sollen. Offen ist auch, wer die vierte Person im Flieger war, die vor dem Unglücksflug in Rom nicht mehr an Bord gegangen war. Grössing, der das Quartett beim Abflug am Samstag auf dem Rollfeld verabschiedet hat: "Es war noch ein Mann mit dabei, der Englisch gesprochen hat."

Schlimme Erinnerungen werden wach
Während in Italien die Staatsanwaltschaft von Ancona und die Flugsicherheitsbehörde den Absturz untersuchen, werden bei St. Andräs Bürgermeister Peter Stauber Erinnerungen wach: "Es ist so schlimm wie im Jahr 1996 beim Hubschrauberabsturz der Firma Kostmann."

Wegen des dichten Nebels hatte der Pilot damals Baumwipfel gestreift. Der Hubschrauber stürzte ab und explodierte. Mit Hans Kostmann und seinem Sohn Hannes, zwei Finanzberatern und dem Piloten wurde beinahe die gesamte Führungsspitze des Großunternehmens ausgelöscht. 

von Hannes Wallner, "Kärntner Krone" 

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