Positive Entwicklung

Geo-Datenbank macht Förderungen transparenter

Burgenland
13.04.2010 13:16
Eine Geo-Datenbank, die die sogenannten Phasing-Out-Förderungen – für durch die Osterweiterung über die früheren Fördergrenzen gerutschte EU-Regionen – für das Burgenland transparenter machen soll, ist am Dienstag in Eisenstadt präsentiert worden. Hierzulande stehen im von 2007 bis 2013 laufenden Phasing-Out insgesamt 444 Millionen Euro an Subventionen von EU, Bund und Land zur Verfügung, knapp die Hälfte der Mittel ist bereits gebunden.

Mit Hilfe der Geo-Datenbank, die ab sofort online geht, sollen die einzelnen Projekte sichtbar gemacht werden, so der Leiter des Regionalmanagement Burgenland (RMB), Georg Schachinger. Zu den mit Fähnchen markierten Standorten gibt es Beschreibungen über die geförderten Projekte einschließlich der Information über die Höhe der Subvention. Benützer können sich alle Projekte ausweisen lassen oder Förderschwerpunkte sowie einzelne Programme und Regionen wählen. Die Daten werden quartalsweise aktualisiert.

Landeschef Niessl hofft auf Investitionen
Mit Hilfe der Phasing-Out-Mittel - 177 Millionen Euro kommen von der EU sowie 153 Millionen Euro vom Bund und 114 Millionen Euro vom Land – sollen Investitionen in Höhe von rund 1 Milliarde Euro ausgelöst werden, so Landeshauptmann Hans Niessl (SP). Das Burgenland könne die Ko-Finanzierung dabei auf die Beine stellen, obwohl es 2009 und 2010 um 100 Millionen Euro weniger aus dem Finanzausgleich bekomme.

Bis Ende 2009 konnten über 1.600 Projekte mit einem Fördervolumen von mehr als 180 Millionen Euro umgesetzt werden, erläuterte Niessl. Die Palette reiche von einer Unternehmensförderung (14 Mio. Euro) bis zu einem Ungarisch-Kurs (85 Euro). Auf die Einwohner umgelegt, sei deutlich mehr Geld in das Südburgenland geflossen als in den Landesnorden, in den geförderten Betrieben sei ein Beschäftigungsplus von durchschnittlich 12,3 Prozent feststellbar. 

Burgenlands Wirtschaft über dem Bundesschnitt
Nach einem Rückgang der Konjunktur im Vorjahr – bedingt durch die Wirtschaftskrise – wird heuer im Burgenland ein Wirtschaftswachstum von 1,8 Prozent erwartet, so der Wirtschaftsforscher Christian Helmenstein. Auch 2011 soll sich dieser Kurs mit 1,7 Prozent fortsetzen. Beim Wachstum für Österreich ginge man derzeit allgemein noch von lediglich 1,3 Prozent aus, für 2011 würden dann ebenfalls 1,7 Prozent prognostiziert.

"Das Phasing Out Programm kommt zur richtigen Zeit, denn es wirkt konjunkturell und wirtschaftlich stabilisierend", so Helmenstein. Trotz Rezession sei die Erwerbstätigkeit im Burgenland im Vorjahr kaum zurückgegangen, in diesem Jahr dürfte der Rückgang voll kompensiert werden. Ab 2011 werde auch eine "nennenswerte Expansion" bei der Beschäftigung erwartet. Ein hoher Teil der Wertschöpfung verbleibe zudem im Burgenland, was zu einem Beschäftigungseffekt von rund 5.700 Arbeitsplätzen führe. Ohne Phasing-Out stünde man vor der enormen Herausforderung, für sechs bis sieben Prozent der burgenländischen Beschäftigten alternative Arbeitsplätze finden müssen, so Helmenstein.

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