Defizite offengelegt

Burgenland will bei Entwicklung und Forschung aufholen

Burgenland
12.04.2010 13:06
Eine von der EU-Verwaltungsbehörde des Landes Burgenland in Auftrag gegebene Evaluierung hat Defizite im Bereich Forschung und Entwicklung offengelegt. Während sich im Hinblick auf Jobs und Investitionen ein solides Bild zeige, liege die Forschungsaktivität im Burgenland weit unter dem österreichischen Durchschnitt. Mit Hilfe eines Aktionsplanes soll die Forschungs- und Entwicklungs- sowie die Innovationsquote im Burgenland schrittweise angehoben werden, so Landeshauptmann Hans Niessl (SP) am Montag.

Die Forschungs- und Entwicklungsquote des Burgenlandes lag mit 0,59 Prozent im Jahr 2007 weit unter dem Österreich-Schnitt von 2,54 Prozent, so Gerlinde Pöchhacker-Tröscher vom mit der Durchführung der Evaluierung beauftragten Unternehmen Pöchhacker Innovation Consulting. Auch mit Millionen Euro Ausgaben für F&E 2007 liege das Burgenland hinter anderen Bundesländern. Während die Pro-Kopf-Ausgaben in diesem Bereich im österreichischen Durchschnitt 829 Euro ausmachen, seien es im Burgenland hingegen nur 127 Euro. Hier sei Aufholbedarf gegeben - auch vom Bund, der beispielsweise für einen Wiener viel mehr Geld ausgebe als für einen Burgenländer.

Burgenländische Betriebe seien dafür beim Anmelden von Patenten erfolgreich: Die diesbezügliche Quote liege bei 72 Prozent (Österreich-Schnitt: 48 Prozent), resümierte Pöchhacker. Auch Investitionen in den Ausbau von Betriebsanlagen seien gefragt: Das Burgenland liege bei den erp-Krediten mit 6,3 Prozent der Gesamtsumme an vierter Stelle - auf die Einwohner umgelegt, wäre dies sogar Platz Zwei. Auch bei der Schaffung neuer Beschäftigungsverhältnisse sei das Burgenland gut unterwegs: Im Zeitraum von 2000 bis 2009 seien 35 Jobs pro tausend Einwohner entstanden, verglichen mit dem Österreich-Durchschnitt von 29.

"Upgrading der Wirtschaft" ist notwendig
"Es ist viel Potenzial da", notwendig sei "ein Upgrading der burgenländischen Wirtschaft" in den kommenden Jahren, so Pöchhacker. Als Maßnahme schlug die Expertin vor, Forschung und Innovation auf allen Ebenen zum Thema machen. Weiters notwendig sei ein Team von Leuten, die Firmen helfen, Innovationen professionell umzusetzen. Eine "kleine Investitionsförderung" würde Betrieben helfen, an nationale Programme anzudocken. Sinnvoll wäre es auch, sich an Clustern anderer Bundesländer - etwa Wien, Steiermark sowie Nieder-oder Oberösterreich - zu beteiligen.

"Innovationsgipfel" als Auftakt zum Aufholprozess
So wie man in der Vergangenheit Defizite in anderen Bereichen behoben habe, wolle man dies auch bei Forschung und Entwicklung sowie Innovation tun, so Landeshauptmann Niessl. Am Freitag soll  bei einem "Innovationsgipfel" über einen Aktionsplan beraten werden, der innerhalb weniger Wochen feststehen soll. Zu den Teilnehmern gehören neben Wirtschaftsservice Burgenland AG (WiBAG), Regionalmanagement Burgenland (RMB), Wirtschaftskammer und Industriellenvereinigung auch Vertreter einzelner Betriebe sowie der Bundesförderstellen Austria Wirtschaftsservice (aws) und Forschungsförderungsgesellschaft (FFG).

Seitens EU, Bund und Land sollen im Zuge der Phasing Out-Periode 50 Millionen Euro mobilisiert werden, um sie für Forschung und Innovation vom Klein- bis zum Großbetrieb einzusetzen, so Niessl. Insgesamt sind im Phasing Out Programm sechs Aktionsfelder, die den Bereich Forschung und Innovation stärken sollen, mit 178 Millionen Euro von EU, Bund und Land dotiert. Bisher wurden im laufenden Phasing Out (2007 - 2013) 33,9 Prozent der Mittel ausgeschöpft.

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