09.06.2019 20:49 |

„Schande, Schande!“

500 Festnahmen: Randale bei Wahlen in Kasachstan

Massive Proteste haben am Sonntag die Präsidentschaftswahl im autoritär regierten Kasachstan begleitet. Die Menschen demonstrierten gegen den erwarteten Sieg des Übergangspräsidenten Kassim-Jomart Tokajew, der von dem langjährigen Staatschef Nursultan Nasarbajew zu seinem Nachfolger bestimmt worden war. Die Polizei nahm etwa 500 Demonstranten fest. Es handelt sich um die größten Proteste in dem mehrheitlich muslimischen Land seit drei Jahren.

Nicht genehmigte Kundgebungen habe es laut Staatsagentur Kazinform in der Hauptstadt Nur-Sultan (früher Astana) und in Almaty gegeben. Die Demonstranten hätten laut Innenministerium versucht, die Lage am Wahltag zu destabilisieren. Genaue Zahlen zu den Teilnehmern der Proteste wurden zunächst nicht genannt. Am Nachmittag war von mehreren Tausend die Rede.

Demonstranten in der Stadt Almaty riefen „Schande, Schande, Schande!“, als Polizisten ihre Kundgebung auflösten und forderten die Sicherheitskräfte auf, sich „auf die Seite des Volkes“ zu schlagen.

Auf Twitter wurden Bilder und Videos verbreitet, auf denen zu sehen war, wie die Polizei gegen Demonstranten vorgeht. Zu sehen ist ein massives Polizeiaufgebot und wie sich Menschen gegen ihre Festnahme wehren.

Prognosen sagen hohen Wahlsieg für Tokajew voraus
Die Menschen protestierten gegen Übergangspräsident Kassim-Jomart Tokajew, der von dem langjährigen Staatschef Nursultan Nasarbajew zu seinem Nachfolger bestimmt worden war. Tokajew liegt nach ersten Prognosen auch klar vorne. Demnach kam er auf mehr als 70 Prozent der Stimmen, der Oppositionspolitiker Amirschan Kosanow folgte mit lediglich 15,4 Prozent. 

In Wien wurde in der Botschaft Kasachstans ein Wahllokal geöffnet, hieß es in einer Aussendung am Sonntag. Ungefähr 340 kasachische Staatsbürger, die in Österreich leben oder sich vorübergehend dort aufhalten, stehen demnach in der Wählerevidenz.

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